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Die Zahl der Organspender in Deutschland hat 2020 wieder zugenommen, was bestimmt mit der intensiven politischen und gesellschaftlichen Diskussion über das Thema zu tun hat. Wer kann spenden? Was passiert, wenn man spendet? Alle wichtigen Infos gibt es hier.

Bundestag hat abgestimmt Das ändert sich bei der Organspende

Der Bundestag hat im Januar 2020 die sogenannte Widerspruchslösung bei Organspenden abgelehnt – und der Zustimmungslösung von Grünen-Chefin Baerbock und Linken-Vorsitzenden Kipping grünes Licht gegeben. Damit bleibt die bisherige Praxis bestehen, es gibt allerdings eine Änderung.  mehr...

Leitender Oberarzt Philipp Lepper ist Transplantationsexperte und hat im SWR3-Interview die wichtigsten Fragen beantwortet. Wir haben für euch die Fakten zusammengefasst:

Wer kann Organspender werden?

Tatsächlich darf jeder Organspender sein, so Lepper, Leitender Oberarzt an der Universitätsklinik in Homburg. Man muss keine bestimmten Voraussetzungen erfüllen – und es gibt auch keine Altersgrenze. Das heißt, auch wenn man zum Beispiel Medikamente nehmen muss oder raucht, darf man einen Organspendeausweis besitzen. Ob die Organe schlussendlich für eine Transplantation geeignet sind, wird in jedem Fall einzeln geprüft. Wer Probleme mit der Lunge hat, kann trotzdem mit anderen Organen als Spender in Frage kommen.

Professor Dr. Philipp Lepper (Foto: Professor Dr. Philipp Lepper)
Leitender Oberarzt Professor Dr. Philipp Lepper ist transplantationsbeauftragter Arzt an der Universitätsklinik in Homburg. Professor Dr. Philipp Lepper

Was kann ich spenden?

Gespendet werden können Organe wie Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Darm oder Gewebe wie Hornhaut der Augen, Blutgefäße oder Haut.

Wann gelte ich als tot?

In Ländern wie Deutschland muss ein irreversibler Funktionsausfall des Gehirns, also ein Hirntod festgestellt werden, damit die Organe transplantiert werden dürfen. In anderen Ländern wie Spanien ist die Organentnahme auch nach einem Herzstillstand erlaubt. Um in Deutschland die Diagnose „Hirntod“ zu bekommen, müssen laut Lepper einige Kriterien nachgewiesen werden. Dafür müssen zwei speziell ausgebildete Ärzte – davon ein Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie – viele neurologische Untersuchungen und Prozesse durchführen. Das kann bis zu drei Tagen dauern, so der Arzt.

Das ist keine Hoppla-Hopp-Entscheidung.

Professor Dr. Philipp Lepper

Wer bekommt meine Organe?

Ist entschieden, dass bestimmte Organe gespendet werden können, muss laut Lepper alles relativ schnell gehen. Je länger der Prozess dauert, desto schneller nimmt die Qualität der Organe ab. Denn die könne nicht ewig erhalten werden.

Wer die Organe bekommt, entscheidet die Vermittlungsstelle Eurotransplant. Dafür gibt es eine bestimmte Rangliste und zusätzliche Kriterien wie Blutgruppe oder Körpergröße müssen erfüllt werden.

Eine Spenderlunge von einem zwei Meter großen Mann passt zum Beispiel nicht in den Körper einer schlanken, jungen Frau unter 1,60 Meter.

Professor Dr. Philipp Lepper

Werden persönliche Daten des Spenders preisgegeben?

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) informiert die Familie des Organspenders, welche Organe vom Verstorbenen transplantiert wurden und an wen.
Zum Beispiel, dass das Herz an eine 30-jährige Frau aus Rheinland-Pfalz ging. Ansonsten ist das Spenden anonym.

Und was passiert mit meinem Körper nach der Organtransplantation?

Nach der Organentnahme kann der Körper ganz normal bestattet werden. Übrigens: Die Hornhauttransplantation sieht man dem Verstorbenen nicht an, erklärt der Arzt. Die geschlossenen Augen sind genauso ausgefüllt, wie auch ohne Hornhauttransplantation.

Wie kann ich Spender werden?

Den Organspendeausweis bekommt man bei der Krankenkasse, manchmal auch bei bestimmten Ärzten oder Apotheken oder im Netz.

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