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Svenja Maria Hirt
Svenja Maria Hirt (Foto: SWR3)
Amelie Heß
Amelie Heß (Foto: SWR)

Im Oktober 2021 kam eine Kamerafrau bei einem Dreh durch einen Schuss ums Leben. Abgefeuert hatte Alec Baldwin. Der beteuerte zwar stets seine Unschuld, ist jetzt aber angeklagt worden.

Es war ein Schock im Oktober 2021: Bei einem Filmdreh für den Western „Rust“ wurde die Kamerafrau Halyna Hutchins erschossen. Kurz bevor der tödliche Schuss gefallen ist, wollte das Drehteam proben, wie Alec Baldwin und die Kamera stehen müssen, um die Szene so gut wie möglich zu filmen. Dabei zielte Baldwin auf die Kamera und drückte ab.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung gegen Schauspielstar

Mit der Anklage wegen fahrlässiger Tötung solle für „Gerechtigkeit“ für die getötete Halyna Hutchins gesorgt werden, erklärte am Dienstag die zuständige Staatsanwältin im US-Bundesstaat New Mexico, Mary Carmack-Altwies. „In New Mexico steht niemand über dem Gesetz, und der Gerechtigkeit wird Genüge getan.

Kritik an Sicherheitsvorkehrungen am Filmset

Nach Polizeiangaben seien die Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit Waffen am Filmset von „Rust“ nur sehr lax gewesen. Regieassistent Dave Halls, der Baldwin die Waffe gegeben hatte, gab in seinem Verhör damals zu, er habe die Waffe nur unvollständig geprüft und nicht alle Patronen inspiziert. Er könne sich auch nicht erinnern, ob die zuständige Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed die Trommel des Revolvers vollständig rotiert habe. Halls bekannte sich bereits schuldig, er soll zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt werden.

Baldwin sieht sich unschuldig

Sowohl Baldwin als auch Gutierrez-Reed wiesen jegliche Verantwortung für das Unglück von sich. Baldwin argumentierte stets, ihm sei die Waffe gereicht und gesagt worden, sie sei „cold“ – also nicht geladen. Untersuchungen am Filmset ergaben aber, dass eine echte Kugel in dem Colt steckte.

Sonderstaatsanwältin Andrea Reeb sieht das anders: „Wenn diese drei Menschen – Alec Baldwin, Hannah Gutierrez-Reed oder David Halls – ihren Job gemacht hätten, dann wäre Halyna Hutchins heute am Leben. So einfach ist das.“

Die Beweise zeigen eindeutig ein Muster krimineller Missachtung der Sicherheit am Filmset von 'Rust'.

Das droht Baldwin bei einer Verurteilung

Bei einer Verurteilung drohen Baldwin laut dem Gesetz von New Mexico bis zu 18 Monate Haft und eine Geldstrafe von 5.000 Dollar (rund 4.626 Euro).

Zivilklage gegen Baldwin beigelegt

Eine Zivilklage von Matthew Hutchins, dem Ehemann der verstorbenen Kamerafrau, war im Oktober außergerichtlich beigelegt worden. „Wir glauben alle, dass Halynas Tod ein schrecklicher Unfall war“, betonte der Witwer damals. Er habe kein Interesse daran, Baldwin und den Filmproduzenten die Schuld zuzuweisen. Stattdessen wollte er die letzte Arbeit seiner Frau würdigen und den Dreh des Films weiterführen. Jetzt im Januar sollte weitergedreht werden – mit dem Witwer als Produzenten.

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