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AUTOR/IN
Felix Lorenz
Felix Lorenz (Foto: SWR3, privat)

Energiesparend und einfach. In der Theorie klingt die Idee verlockend gut: Spülmaschine auf, Lachs rein, Spülmaschine zu. Doch was sind die Risiken? Und funktioniert es überhaupt?

Stellt euch vor, ihr zieht in ein neues Haus, schleppt den ganzen Tag Kisten und Möbelstücke, bekommt Hunger und dann fällt euch auf: Bis auf eine Spülmaschine ist die komplette Küche noch leer. Genau das ist einer 53-jährigen Frau aus England passiert, erzählt die britische Tageszeitung Daily Mirror. Aus der Not kam sie auf eine eher unkonventionelle Idee: Warum nicht das Abendessen in der Spülmaschine zubereiten? Die wird ja immerhin auch ganz warm.

Wer sich jetzt gerade vorstellt, wie ein Stück Lachs in Alufolie zwischen Pesto-verschmierten Tellern und und eingetrockneten Haferflocken in Müslischalen in der wackeligen Geschirrhalterung hängt – fragt sich wahrscheinlich: Geht das wirklich?!

Es bleibt uns also als ein der Wissenschaft verpflichtetes Programm nichts anderes übrig, als für euch Spülmaschine und Angelrute in Bewegung zu setzen: Wir haben es ausprobiert!

Lachs in der Spülmaschine – geht das?

Im Netz finden sich viele begeisterte Hobby-Köche und Rezepte. Die Idee klingt auch einfach zu gut, schonendes Niedertemperaturgaren während des Spülgangs, keinerlei extra Geräte oder Energieverbrauch. Verbraucherschützer sehen die Sache allerdings kritisch. So zum Beispiel der Verbraucherservice Bayern. Sie bemängeln den mangelnden Schutz der Verpackung. Weder Alufolie noch Bratbeutel können eine vollständig wasserdichte Verpackung garantieren. Zudem kann es beim Kontakt von Alufolie mit der Kombination aus Hitze, Säuren und Salzen zu Löchern kommen. Selbst Vakuumbeutel seien auf diese „Garmethode“ nicht ausgelegt oder getestet. Das Risiko einer Kontamination des Essens mit den Laugen der Spülmittel sei dadurch recht groß.

Wann erreicht die Spülmaschine die gewünschte Temperatur?

Ein weiteres Problem: Durch zahlreiche unterschiedliche Hersteller und Programme ist es schwer, die exakte Temperatur und Garzeit zu bestimmen. Nehmen wir beispielsweise das 65-Grad-Programm, stellt sich die Frage: Ab wann hat die Spülmaschine die gewünschte Gradzahl erreicht und für wie lange hält sie an? Ein zeitgenaues Garen wird dadurch eigentlich unmöglich.

Der Verbraucherservice kommt zum ernüchternden Fazit:

Das Garen im Geschirrspüler stellt insgesamt mehr Risiken dar, als eine umweltfreundliche Garmethode zu sein.

Aber genug der Worte, kommen wir zu den Taten. Geht es denn jetzt überhaupt?

Der Test: Lachs in der Spülmaschine zubereiten

Fazit: Es funktioniert, aber ...

... wegen der Sicherheitsbedenken haben wir den Test in einer leeren Spülmaschine ohne jegliche Zufuhr von Reiniger und Spülmittel durchgeführt. Von der ursprünglich angepriesenen Energieersparnis ist dadurch nicht mehr viel übrig, im Gegenteil. So schön die Sache also in der Theorie klingt, für die Praxis greift man letztenendes wohl doch lieber zum guten alten Topf. Kann ja auch ein Dampfdruck- oder Römertopf sein, wenn es den in eurem Küchenarsenal gibt.

Lust auf noch mehr Tests bekommen?

Wo wir es gerade vom Testen haben – auch ziemlich unkonventionell: Das vegane Ei. Fühlt sich an wie Ei, sieht aus wie Ei, aber schmeckt es auch nach Ei? Die SWR3-Moderatoren Michael Wirbitzky und Sascha Zeus haben das mal getestet. Ihr Fazit lest ihr hier:

Start-Up erfindet veganes Ei Wie schmeckt veganes Spiegelei? Wirby und Zeus haben es getestet!

Es fühlt sich an wie ein Ei und sieht aus wie ein Ei – aber schmeckt es auch wie ein Ei? Wirby und Zeus haben in der SWR3-Morningshow ein veganes Ersatz-Ei getestet. Wie ihr Fazit lautet, lest ihr hier.

Lust auf noch mehr Fisch bekommen?

In Nordschweden beliebt – im Rest der Welt Ekelfaktor 1.000: Surströmming ist ein schwangerer Ostseehering, der eklig lange vor sich hingärt. Muss man nicht probieren, kann man aber ... ein weiterer Test, ein weiterer Fisch, ein weiteres Video ... viel Spaß!

Mir stinkts gewaltig!

Wirby & Zeus im Video Gammelfisch Surströmming: Wirby & Zeus essen ihn wirklich!

In Nordschweden beliebt – im Rest der Welt Ekelfaktor 1.000: Surströmming ist ein schwangerer Ostseehering, der eklig lange vor sich hingärt. Muss man nicht probieren, kann man aber, so wie am Freitag in der SWR3-Morningshow. Guten Appetit!!!

Die Morningshow SWR3

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

Der VerbraucherService Bayern ist ein unabhängiger, bayerischer Verbraucherverband mit 15 Beratungsstellen und 135.000 Mitgliedern. Der Verband wird staatlich gefördert und ist eine Einrichtung des Katholischen Deutschen Frauenbunds.

Der Daily Mirror ist eine britische Tageszeitung mit Sitz in London.

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