Stand
AUTOR/IN
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer

Im Kampf gegen den Klimawandel will Irland seinen Viehbestand deutlich verringern. Das Land erwägt die Tötung zehntausender Milchkühe.

200.000 Milchkühe in Irland sollen getötet werden – so steht es zumindest in einem internen Plan: „Ungefähr 65.000 Milchkühe pro Jahr müssten 2023, 2024 und 2025 aus dem Markt genommen werden“, zitierte die Zeitung Irish Independent vor wenigen Tagen aus einem internen Schreiben des Agrarministeriums.

Landwirte könnten 3.000 Euro Entschädigung je Kuh erhalten. Das macht 200 Millionen Euro jährlich bis 2025. Kürzlich hatte die US-Umweltbehörde EPA gewarnt, das Land werde seine Klimaziele voraussichtlich deutlich verfehlen.

Ministeriumssprecherin in Irland: Kuh-Keulungen sind bis jetzt nur Gegenstand von Beratungen

Jetzt hat eine Ministeriumssprecherin gesagt, die Regierung sei fest entschlossen, den Landwirten „freiwillige, finanziell attraktive Optionen zu bieten, zu denen auch die Diversifizierung gehört“.

Das Dokument sei „Teil eines Beratungsprozesses“ und gehöre zu verschiedenen Optionen, sagte die Ministeriumssprecherin. „Es handelt sich nicht um eine endgültige politische Entscheidung.“ Der Verband der irischen Milchlieferanten fühlt sich übergangen und forderte, ein solches Programm müsse auf Freiwilligkeit beruhen.

Eine Kuh schädigt das Klima ähnlich stark wie ein Auto, das 18.000 Kilometer fährt

Nicht nur Tierschützer, auch Klimawandel-Leugner und Gegner einschneidender Klimaschutz-Maßnahmen laufen bereits Sturm gegen den vermeintlich unsinnigen Plan und die „verrückte“, wahlweise auch „kommunistische“ irische Regierung.

Fakt ist aber: Die „Abgase“, die Kühe vorne und hinten so ausstoßen sind voller Methan – rund 100 Kilogramm pro Jahr und Kuh.

ARDAlpha schreibt dazu: „In der klimaschädigenden Wirkung entspricht dies einem CO2-Ausstoß von 18.000 gefahrenen Autokilometern. Hinzu kommen aber noch die tatsächlichen Ausscheidungen einer Kuh: 90 weitere Kilogramm Methan pro Jahr fallen durch ihren Kot an.“

200.000 von sieben Millionen irischen Kühen sollen verschwinden

Da kommt also einiges zusammen: Es gibt in Irland etwa 18.000 Milchbauern mit mehr als sieben Millionen Rindern. 1,55 Millionen davon sind Milchkühe.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

Die ARD - das sind die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender in Deutschland zusammen. Dazu gehören zum Beispiel der SWR (Südwestrundfunk), der BR (Bayerischer Rundfunk) und der WDR (Westdeutscher Rundfunk). Die ARD-Journalisten berichten in Radio, Fernsehen, Internet und über Social Media, was in ihrer Region oder auch weltweit passiert. Außerdem gibt es Redaktionen für spezielle Themen zum Beispiel die Politik in Deutschland oder Gerichtsentscheidungen in Karlsruhe oder Sendungen wie Tagesschau oder Sportschau.

Meistgelesen

  1. Sprachspaß mit SWR3 Dialekt-Test: 7 Sätze, die du nur verstehst, wenn du Mundart sprichst!

    Diese Sätze sind wirklich schwer zu verstehen, wenn du keinen Dialekt sprichst. Wie viele davon kennst du? Hier im Dialekt-Test ausprobieren, wie gut du dich auskennst!

  2. Österreich

    „Bedeutendster Fund seit mehr als 100 Jahren“ 🐘 Steinzeit-Sensation in Österreich: Winzer entdeckt Mammutfalle mit vielen Knochen in seinem Weinkeller

    Eigentlich wollte Andreas Pernerstorfer nur seinen Weinkeller ausbauen. Doch was er dabei fand, versetzt Archäologen in helle Aufregung.

  3. Bis zu 80 Liter pro Quadratmeter in BW Heute nochmal Regen – aber so richtig! 🌧️

    Diesmal trifft es vor allem Baden-Württemberg: Für das Bergland, Oberschwaben, vor allem aber für Gebiete an der Donau warnt der Wetterdienst vor heftigem Starkregen.

  4. Autobahn war über Stunden gesperrt Stuttgart/Heilbronn: Lange Staus nach Brand und Unfall auf A81

    Auf der A81 war bei Pleidelsheim ein Lkw in Brand geraten. Zudem hatte es bei Ludwigsburg-Süd einen größeren Unfall gegeben. Die Polizei musste die Autobahn über mehrere Abschnitte sperren.

  5. Nahostkrieg Anerkennung Palästinas: Deshalb sagen Deutschland und andere Nein

    Nach dem Angriff der Hamas auf Israel entwickelte sich ein Krieg in Nahost. Hier gibt es die wichtigsten News zum Nahost-Konflikt und der Lage im Gazastreifen im Live-Ticker.