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AUTOR/IN
Sandra Herbsthofer
Sandra Herbsthofer

Jede achte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Wir haben drei Tipps zusammengestellt, wie du die Erkrankung frühezeitig erkennen kannst.

  1. Brüste abtasten: So geht’s richtig!
  2. Der richtige Zeitpunkt zum Abtasten
  3. Der Spiegel-Trick

Brustkrebs: Zahlen & Fakten

Brustkrebs ist laut Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft mit etwa 30 Prozent aller Krebsfälle die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.

Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs – wahrscheinlich kennst du also zumindest eine Frau, die an Brustkrebs erkrankt ist – oder es noch wird.

Ricardo Lange und Linda Wagner in einer Collage aus medizinischen Symbolen

True Care – intensive Fälle mir Ricardo Lange Brustkrebs und schwanger: Lindas Leben zwischen Babybauch und Chemotherapie

Dauer

Linda ist Mutter, glücklich verheiratet und zum zweiten Mal schwanger. Eigentlich führt sie ein Leben wie aus dem Bilderbuch. Doch dann erschüttert eine Brustkrebsdiagnose Lindas heil-geglaubte Welt und stellt sie auf eine schwere Probe.
Diese Folge begleitet Linda durch die schwerste Zeit ihres Lebens. Sie erzählt die Geschichte einer Mutter, die um ihr eigenes Leben ringt, während sie versucht, das ihres ungeborenen Kindes zu beschützen. Ob das gelingt und wie es Linda heute geht – das hört ihr hier. Als Experte stand uns dankenswerterweise in dieser Folge von “True Care – intensive Fälle mit Ricardo Lange” Prof. Dr. Kümmel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde / Brustzentrum Kliniken Essen-Mitte zur Verfügung.
Weiterführende Links:
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs-definition-und-haeufigkeit.html
https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/brustkrebs-basis-infos-fuer-patienten.html
Frauenheilkunde / Brustzentrum - KEM | Evang. Kliniken Essen-Mitte (kem-med.com)
Linda auf Instagram: https://www.instagram.com/just_inked87/
Dr. Kümmel auf Instagram: https://www.instagram.com/dockuemmel/
Mehr zum Thema Brustkrebsprävention lest ihr auch auf SWR3.de.
“True Care” ist ein Podcast von SWR3. Host: Ricardo Lange. Produktionsleitung: Annamaria Herkt. Redaktion & Skript: Sandra Herbsthofer & Annamaria Herkt. Komposition: Nassouh Hichri. Sprecher: Ricardo Lange. Schnitt: David Janus. Außerdem an diesem Podcast beteiligt: Marc Bürkle und Stefan Hoyer.

Brustkrebs und schwanger? – Ja, das kommt vor. Eine von ungefähr 3000 Frauen erhält laut dem Deutschen Krebsforschunsgzentrum eine Brustkrebsdiagnose innerhalb ihrer Schwangerschaft.

Brustkrebs-Diagnosen in Deutschland

Dr. Sherko Kümmel ist Gynäkologe am Brustkrebszentrum in Essen. Er unterstützt jeden Tag betroffene Frauen bei ihrem Kampf gegen den Krebs.

Also man geht heutzutage davon aus, dass ungefähr 70.000 bis 76.000 Frauen in Deutschland pro Jahr neu die Diagnose Brustkrebs erhalten. Das heißt, die neu mit dieser Diagnose – und wie ich es immer sage – auch mit dem Erdbeben im Kopf konfrontiert werden.

Im Durchschnitt sind Frauen bei der Brustkrebsdiagnose 65 Jahre alt. Doch eine von sechs Betroffenen ist jünger als 50 Jahre.

Brustkrebsvorsorge: So tastest du deine Brüste richtig ab!

Die gute Nachricht zuerst: Obwohl Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist, ist er mittlerweile sehr gut behandelbar und die Therapien versprechen gute Heilungschancen.

Also insgesamt sind wir derzeit bei 85 bis 90 Prozent Genesungsrate [...]. Was früher – ich sag jetzt mal 1950 bis 1970 – noch 50 bis 60 Prozent waren. Und wir haben aber auch bestimmte Therapien, wo wir heute Heilungsraten von 97 Prozent erreichen. Also wahnsinnige Fortschritte.

Damit die Krankheit möglichst frühzeitig erkannt wird, ist die Brustkrebsvorsorge unbedingt notwendig. Eines der wichtigsten Dinge, die du tun kannst, ist, regelmäßig deine Brüste auf Knötchen und Unregelmäßigkeiten zu untersuchen.

Das Abtasten der Brüste gehört immer dazu. Und da ist man nie zu jung. Ich sag mal, ab ca. 20 Jahren sollte man sich einmal im Monat abtasten.

Wichtig ist, dass man möglichst beide Hände verwendet, um keine Stelle zu übersehen. Hilfreich kann auch sein, das Abtasten nach einem gewissen Muster (zum Beispiel im Uhrzeigersinn) vorzunehmen, um wirklich die gesamte Brust zu untersuchen.

Wie das Abtasten richtig funktioniert, erklärt Dr. Kümmel:

Brustkrebsvorsorge: Das ist der beste Zeitpunkt zum Abtasten

Auch der Zeitpunkt spielt beim Abtasten der Brüste eine Rolle. Vor und während der Periode ist vom Abtasten abzuraten, weil die Brüste in diesem Zeitraum oftmals empfindlicher sind als sonst.

Einmal im Monat sollte man sich abtasten, möglichst in der Woche nach der Periode, also nach der Menstruationsblutung, weil da die Empfindlichkeit der Brust, ich sag mal, am geringsten ist und auch das Abtasten am vielversprechendsten ist.

Spiegel-Trick zur Prävention von Brustkrebs

Hilfreich kann darüber hinaus sein, den sogenannten Spiegel-Trick anzuwenden. Stell dich dafür vor einen Spiegel, in dem du deinen Oberkörper gut sehen kannst und hebe die Arme über deinen Kopf.

Dreh dich nun von einer Seite zur anderen und beobachte, ob dir an deinen Brüsten in dieser Position etwas Ungewöhnliches auffällt.

Da kann man einfach mal gucken, was da ist. Zieht irgendwo was besonders ein? Ist irgendwas asymmetrisch im Verhältnis zur anderen Seite?

Checkliste zum Abtasten der Brüste

  • Wenn möglich, beide Hände beim Abtasten verwenden
  • Einmal im Monat abtasten (am besten direkt nach der Periode)
  • Im Uhrzeigersinn abtasten, bis man die gesamte Brust untersucht hat
  • Mit dem Spiegel-Trick kontrollieren, ob etwas Ungewöhnliches (zB: Einziehung/Beule/Erhebung) zu sehen ist

Sollte dir bei dieser Routine tatsächlich eine Erhebung oder ein Knötchen auffallen – bitte keine Panik! Wichtig ist, dass du zur weiteren Abklärung einen Termin bei deiner Gynäkologin/ deinem Gynäkologen vereinbarst.

Brustkrebs bei Männern

Auch Männer sind von Brustkrebs betroffen – allerdings in viel geringerem Ausmaß. 

Bei Männern sind es unter 1000 Fälle in Deutschland pro Jahr. Das heißt, wir gehen so von 500 bis 700 Erkrankungen aus. Man denkt immer, ein Mann hat keine Brust, also kann er nicht Brustkrebs bekommen. Das ist falsch. Wir Männer haben auch Brustdrüsengewebe, auch wenn es natürlich viel weniger ist, aber auch da gilt: Wenn man ein auffälliges Knötchen tastet, immer direkt abklären lassen!

Eine solche Abklärung findet übrigens auch beim Gynäkologen/ bei der Gynäkologin statt. Im Ernstfall sollten Männer also direkt dort einen Termin machen.

Hilfe & Adressen

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