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Stefan Scheurer
Stefan Scheurer (Foto: SWR3)

Wer jeden selbst verschuldeten Mini-Schaden am Auto der Versicherung gibt, schmeißt vielleicht viel Geld zum Fenster raus. 6 Tipps, wann ihr den Schaden selbst zahlen solltet.

Wer einen Unfall mit dem Auto verursacht, kennt das: Die Versicherung kommt dafür auf, je nach Vertrag muss man die Selbstbeteiligung zuzahlen – das war's dann, oder? Nein, man kann alles auch selbst berappen, aber wie kann es sein, dass es dann ggf. billiger wird? Verkehrte Welt?

Warum lohnt es manchmal, den Schaden am Auto selbst zu zahlen?

Dass es besser sein kann, als alles zur Versicherung zu schieben, liegt daran, dass die Versicherung im Jahr nach dem Unfall teurer wird. Das hat jeder schon mal gehört: Je nachdem, wie unfallfrei man fährt, wird man von der Versicherung in sogenannte „Schadenfreiheitsklassen“ eingestuft. Jedes Jahr bekommen wir mehr Bonus auf dem Konto der Schadenfreiheit. Aber wenn die Versicherung einen Unfallschaden zahlen muss, werden wir zurückgestuft – und der Beitrag wird im Folgejahr teurer. Und jedes Jahr danach noch mehr. Das gilt aber nicht, wenn wir einen Unfall gebaut haben und den Schaden selber zahlen.

Weisses Auto auf Hof, KFZ-Schaden von vorne zu sehen. (Foto: IMAGO, Action Pictures)
Wie teuer der Schaden ist, spielt eine wichtige Rolle: Bei sehr teuren Schäden ist die Abwicklung über die Versicherung meist billiger.

Tipp 1: Welche Schäden kommen in Betracht?

In Frage kommen immer Schäden, an denen man selbst schuld ist. Dann handelt es sich in der Regel um einen Vollkasko- oder Haftpflichtschaden. In diesen beiden Versicherungen kommen Schadenfreiheitsklassen zum tragen. Und eine Rückstufung kommt immer dann, wenn die Versicherung hier etwas bezahlen muss.

Diese Rückstufung ist unabhängig davon, wie teuer der Schaden ist. Und genau dieser letzte Punkt macht das Rechnen spannend. Denn ein Schaden kann auch so billig sein, dass er billiger ist als das, was man im Folgejahr mehr an die Versicherung zahlen müsste. Und wir reden hier von mehreren hundert Euro, die man über ein paar Jahre sparen kann.

KFZ-Schaden selbst bezahlen (Foto: IMAGO, Rolf Poss)
Graffiti sind in der Regel Vandalismus, das kann unter die Teilkasko oder Vollkasko fallen. Aber nur bei Vollkasko muss man nachrechnen, ob es sich lohnt, den Schaden selbst zu zahlen. Nachfragen ist wichtig.

Tipp 2: Teilkaskoschäden kann die Versicherung bezahlen

Aber es gibt ja auch andere Fälle, in denen es eine Rückstufung nicht gibt. Das ist immer so, wenn es sich um Teilkaskoschäden handelt. Darunter fällt beispielsweise höhere Gewalt: Wenn es gehagelt hat und das eigene Auto Dellen im Lack zeigt. Außerdem fallen Dinge darunter, die man selbst auch nicht verschuldet: Blitzeinschlag oder Glasbruch. 

Tipp 3: Bin ich nicht schuld, muss ich meistens nichts bezahlen!

Es gibt auch Unfälle, bei denen der Gegner schuld ist. In eindeutigen Fällen muss man selbst gar nichts zahlen. Bei teuren Schäden klärt ein Gutachter, was die Reparatur kostet. Tipp: Ist man am Unfall nicht schuld, hat man immer kostenlosen Anspruch auf einen eigenen Gutachter, muss sich also nicht mit dem zufriedengeben, was beispielsweise die gegnerische Versicherung behauptet.

Kündigungsfrist endet am 30.11. Deshalb solltet ihr jetzt noch über einen Wechsel der Kfz-Versicherung nachdenken

Warum muss das sein? Es geht schnell, online und spart fast immer Geld. Wir helfen mit den besten Tipps und Tricks – und warnen vor Fallen.

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Tipp 4: Ob es sich lohnt, hängt von vielen Faktoren ab

Das Sparpotential hängt an vielen Kriterien: Angefangen beim Jahresbeitrag, den man bezahlen muss. Unterschiedliche Versicherer „bestrafen“ ihre Kunden bei der Rückstufung auch unterschiedlich. Manche Versicherer stufen mehrere Jahre unfallfreies Fahren einfach so zurück (wer einen Neuvertrag macht, sollte unbedingt vor der Beauftragung prüfen, ob der Versicherer im Schadensfall freundlich zurückstuft).

Es gibt eine kleine Orientierung, wir haben es mal überschlagen: Teure Schäden über 1.500 Euro sollten immer von der Versicherung bezahlt werden, nur wenns um etwas weniger Geld geht, lohnt das Nachrechnen. Und: Je länger man schadenfrei fährt, desto eher kann man Schäden immer von der Versicherung bezahlen lassen. Aber ohne dass man das im Einzelfall ausrechnet, sind das nur Anhaltspunkte.

Tipp 5: Immer den Rechner benutzen

Weil es wirklich kompliziert sein kann, die Ersparnis auszurechnen, fühlen sich viele abgeschreckt. Und hier kommt der Rechner der Stiftung Warentest ins Spiel. Mit wenigen Klicks errechnet er eine geschätzte Schadenshöhe, ab dem es sich lohnt, den Schaden selbst zu zahlen. Das setzt natürlich voraus, dass man einschätzen kann, ob der Schaden eher 1.000 oder 10.000 Euro kostet. Wer mehr über die Statistik erfahren möchte, die am Ende Geld spart, kann bei Finanztipp reinschmökern.

Tipp 6: Bei Verträgen auf die Rückstufung achten

Leider gut versteckt und vor allem wenig bekannt ist, dass unterschiedliche Versicherungsunternehmen bei einem Schaden unterschiedlich stark zurückstufen. Allein diese Tatsache kann bei einem Schaden viel Geld kosten. Wer eine neue Versicherung fürs Auto sucht, sollte Versicherungen nicht nur nach dem Preis aussuchen, sondern auch, wie stark sie Kunden bei einem Schaden zurückstufen. Das steht immer in den AGB, die bei Vergleichsportalen zu den einzelnen Versicherungen aufgeführt werden. Bis Ende November kann man in der Regel die eigene KFZ-Versicherung wechseln.

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