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Michael Haas
Michael Haas (Foto: SWR3)
Patrick Schütz

Rechtsmediziner Professor Boerne und Hauptkommissar Frank Thiel witzeln sich wieder durch einen Fall. Dabei entwickelt sich im Münsteraner Tatort die Story aber seit einiger Zeit ganz ordentlich, und der Klamauk wird weniger – gut so.

Während der bekannten Skulptur-Tage in Münster (die es so ähnlich tatsächlich gibt), treibt ein kunstaffiner Serienkiller sein Unwesen. Da ist der Täter schwer zu ermitteln, wenn es in Münster nur so wimmelt vor Künstlern. Mitten in der Stadt werden Leichen gefunden, die ausgestellt sind wie Kunstobjekte und mit Formaldehyd haltbar gemacht werden wie Mumien. Klar, dass Professor Boerne das fasziniert und Kommissar Thiel anfangs ziemlich ratlos ist. Mühsam, aber nicht ohne den Münster-eigenen Humor wuselt Thiel sich durch den Fall.

Tatort KW 46 - Gott ist auch nur ein Mensch (Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach)
Was macht "Vaddern" hier? Völlig unerwartet trifft Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, vorne) auf seinen Vater Herbert (Claus D. Clausnitzer, 3.v.rechts) in Begleitung einer Kunststudentin. Am Aasee in Münster war das Kunstwerk "Giant Poolballs" von WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Aktionskünstler Zoltan Rajinovic (Aleksandar Jovanovic) - genannt G.O.D. - steckt in einer Krise - und vertraut sich Nika Wenger (Gertie Honeck) an. Er kennt die frühere Kuratorin der Internationalen Skulptur-Tage in Münster schon lange. Heute wird WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechtild Großmann, rechts) und Nika Wenger (Gertie Honeck, Mitte), die frühere Kuratorin der Internationalen Skulptur-Tage in Münster, kennen sich aus gemeinsamen Tagen in der Kommune. Auch Kommissar Frank Thiel (Axel WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Klara Wenger (Victoria Mayer, rechts), die Kuratorin der Internationalen Skulptur-Tage in Münster, muss die ersten Gäste bei der Eröffnung noch vertrösten. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
In der Rechtsmedizin müssen Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Silke Haller (ChrisTine Urspruch, rechts) einen weiteren Toten unter die Lupe nehmen. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Roland Wenger (Matthias Bundschuh) steht im Schatten seiner erfolgreichen Schwester. Während der Internationalen Skulptur-Tage in Münster kümmert er sich im Art-Hotel um die Künstler. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Zoltan Rajinovic (Aleksandar Jovanovic) ist ein Star der internationalen Kunstszene. In Münster wird sein nächster Genie-Streich erwartet. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Künstler Zoltan Rajinovic (Aleksandar Jovanovic, links) ist fasziniert vom Tod. Er stattet Silke Haller (ChrisTine Urspruch, Mitte) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) in der Rechtsmedizin einen Besuch ab. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Ein Toter in einer Skulptur: Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) schildert den Kommissaren Frank Thiel (Axel Prahl, links) und Nadeshda Krustenstern (Friederike Kempter, 2.v.l.), was er auf den ersten Blick WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Der Meister und sein Schüler: Prof. Borne (Jan Josef Liefers, rechts) wurde von Aktionskünstler Zoltan Rajinovic (Aleksandar Jovanovic) - genannt G.O.D. - als Meisterschüler ausgewählt. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Kurz vor der Eröffnung der Internationalen Skulptur-Tage sorgt eine „Skulptur“ vor dem Rathaus Münster für Aufsehen: In ihr ist ein Toter versteckt. Ein Fall für Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Silke Haller (ChrisTine Urspruch, links) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts) untersuchen den Toten, der in einem Kunstwerk verborgen war. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Kuratorin Klara Wenger (Victoria Mayer, rechts) mit ihrer Vorgängerin und Mutter Nika Wenger (Gertie Honeck, links) stehen kurz vor der Eröffnung der „Internationalen Skulptur-Tage“. Ausgerechnet jetzt laufen Mordermittlungen in der Kunstszene: die WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Aktionskünstler Zoltan Rajinovic alias G.O.D. (Aleksandar Jovanovic, rechts) mit Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, Mitte) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, links) in der Kunstakademie. WDR/Thomas Kost Bild in Detailansicht öffnen
Vielschichtige Persönlichkeit: Aktionskünstler Zoltan Rajinovic alias G.O.D. (Aleksandar Jovanovic) wird verehrt, auch von Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, rechts im Hintergrund). WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Aktionskünstler Zoltan Rajinovic alias G.O.D. (Aleksandar Jovanovic, links) unter Verdacht: Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) verhört ihn. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Kurz vor der Eröffnung der „Internationalen Skulptur-Tage“ taucht am Münsteraner Aasee ein unbekanntes Kunstwerk auf. Die Kommissare Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter, links) und Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) haben den Verdacht, dass es mit WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Grenzgänger: Aktionskünstler Zoltan Rajinovic alias G.O.D. (Aleksandar Jovanovic, rechts) stattet Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) einen Besuch in der Rechtsmedizin ab. Die Nähe zum Tod scheint ihn zu reizen. WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Aktionskünstler Zoltan Rajinovic alias G.O.D. (Aleksandar Jovanovic, links) wartet im Verhörraum: Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) ist im Gespräch mit Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechtild Großmann, Mitte). WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
Die Kommissare Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) und Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter, links) verlassen den Fundort: Im Innenhof des Rathauses wurde ein Toter in einer Skulptur versteckt. Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, hinten) WDR/Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen

Das „Aus“ für die Witzekanone

Dabei ist es auch für den Zuschauer gar nicht so einfach, dem Fall zu folgen. „Was wurde da bislang ermittelt?“, ist eine Frage, die man sich oft stellt. Das war früher kein Problem, als aus Münster noch Hau-Drauf-Humor aus der Witzkanone abgefeuert wurde. Aber jetzt, wo der Scherz viel feiner gestrickt ist, gewinnt die eigentliche Story an Bedeutung. Die ist zwar schön ausgedacht, aber manchmal auch etwas versponnen erzählt. Ein kleines Manko, aber kein Killerargument gegen diesen Tatort.

Die neue Struktur ist gut für die Zukunft

Denn was da aus Münster kommt, ist zwar immer noch witzig, aber nicht mehr so krachend komisch wie früher. Und das ist auch gut so, sonst wäre der typische Münsterklamauk irgendwann mal auserzählt gewesen. An Professor Boernes pseudo-philosophischen Sprüchen halten die Macher allerdings fest:

Manche große Vision vermag einen kleinen Geist zu sprengen

Das große Plus des Münster-Tatorts sind aber nach wie vor Figuren wie Boerne und Thiel, wie Alberich und Nadeshda und wie die Staatsanwältin mit Dauer-Stimmbruch. Sie alle sind entweder sympathisch oder aber wenigstens schön schrullig. Der Tatort landet bei mir im Mittelfeld: drei von fünf Elchen.

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