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AUTOR/IN
Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)

Wie weit würdest du gehen, um dein Smartphone zu retten? „Ja!“, hört man einen jungen Australier da laut aus dem Abwasserschacht rufen.

Der beste Freund des Menschen ist sein Smartphone. Jedenfalls könnte man das oft genug meinen, wenn man bedenkt, wie viel Zeit wir mit ihm verbringen, wie nah es uns ist – und was manch einer unternimmt, um es aus misslichen Lagen zu befreien. Zum Beispiel aus der Kanalisation.

Mann im Abwasserschacht will sich nicht helfen lassen

Ein Mann ist laut eigener Aussage in Brisbane in einen Abwasserschacht gestiegen, weil er sein heruntergefallenes Handy retten wollte. Blöd nur: Er kam nicht mehr heraus. 36 Stunden sei er in der Kanalisation festgesteckt, bevor Rettungskräfte ihn am Montag schließlich befreiten.

Kurios: Ein Jogger war bereits am Sonntag vorbeigekommen und hatte aus dem Schacht eine Stimme gehört, die laut ihm klang, als würde jemand telefonieren. Er bot dem Mann an, ihm aus der Kanalisation zu helfen. Zu seiner Überraschung lehnte der aber ab – obwohl er knietief im Wasser stand: „Nein, Bro, es geht mir gut.“ Der Eingeschlossene behauptete, er komme selbst wieder hinaus.

Man sieht nicht oft jemanden im Kanal, vor allem weil es dort Ratten, Schlangen, Moskitos und alles Mögliche gibt.

Brisbane: 36 Stunden im Abwasser – fürs Smartphone?

Einen Tag später joggte James Lingwood wieder am Schacht vorbei – und hörte diesmal schweres Atmen daraus. Diesmal entschloss er sich, dann doch den Notruf zu wählen.

Nachdem die Rettungskräfte ihn befreit haben, meinte der Gerettete, er habe dort unten 36 Stunden lang einen Ausweg gesucht – teilweise unter Wasser, teilweise musste er gegen Ströme von Abwasser ankämpfen. Denn in Brisbane hatte es in den Tagen ordentlich geregnet.

Und: In seiner Verzweiflung hat er sogar von dem Wasser im Kanal getrunken. Er wurde mit Unterkühlung, Schnittwunden und Abschürfungen in ein Krankenhaus gebracht.

#BREAKING A man looking for a lost phone had to crawl and push through surges of stormwater for 36 hours in Brisbane's underground drain network until his screams for help were heard. Full story: https://t.co/rGg8JarbEf pic.twitter.com/BdRDGNHxVv

Plot-Twist: Vielleicht hat er gar nicht sein Handy gesucht

Möglicherweise ist der Mann aber aus einem ganz anderen Grund im wahrsten Sinne des Wortes in den Untergrund gegangen – und wollte sich auch nicht helfen lassen. Denn bevor er sich in die missliche Lage gebracht hat, war er offenbar – zumindest als Beifahrer – in zwei Autounfälle mit Fahrerflucht verwickelt. Bei einem davon wurde ein Polizeiauto beschädigt.

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