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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Als bei der Totenwache plötzlich Geräusche aus dem Sarg einer Frau zu hören sind, öffnen ihre Angehörigen den Deckel und sind entsetzt. Jetzt ist Bella wirklich tot.

Bella Montoya ist im Alter von 76 Jahren gestorben – dieses Mal auch bestätigt. Bekannt wurde die Rentnerin, als sie vergangene Woche versehentlich für tot erklärt wurde. Nach sieben Tagen auf der Intensivstation sei die Frau gestorben, hat das Gesundheitsministerium in der ecuadorianischen Haupotstadt Quito auf Twitter bestätigt.

#COMUNICADO | Adulta mayor con vigilancia permanente de @Salud_Ec falleció, siete días permaneció en la UCI del Hospital de Babahoyo.Lamentamos el deceso y expresamos nuestras condolencias a sus familiares .Más detalles ⬇️ pic.twitter.com/8ADwMb8ctV

Sie sei während des Krankenhausaufenthalts umfassend medizinisch versorgt und von Fachärzten regelmäßig untersucht worden, hieß es in der Mitteilung.

Lebendig in Sarg gelegt: So wurde Bella aus Ecuador berühmt

Bella hatte sich ihr Leben lang liebevoll um andere Menschen gekümmert. Als ehemalige Krankenschwester war das ihr Beruf. Vergangene Woche ist ihr ein Aufenthalt bei ihren Kollegen fast zum Verhängnis geworden – denn ein Arzt hat die Rentnerin für tot erklärt, obwohl Bella da noch am Leben war.

Passiert ist das am vergangenen Freitag (9. Juni 2023) in der ecuadorianischen Küstenstadt Babahoyo. Die 76-Jährige wurde gegen 9 Uhr am Vormittag mit Verdacht auf Schlaganfall und Herz- und Lungenversagen auf die Intensivstation des Martín-Icaza-Krankenhauses eingeliefert.

Bella (76) wird in ihrem Sarg von einem Arzt behandelt (Foto: Twitter@ecuadorprensaec)
Ein Arzt kümmert sich um die schwache Bella (76), die noch immer in ihrem Sarg liegt.

Ecuador: „Tote“ klopft bei Totenwache von innen an Sargdeckel

Als sie nicht auf Wiederbelebungsversuche reagierte, erklärte ein Arzt Bella am Mittag für tot. Die alte Dame wurde gegen 14 Uhr zur Totenwache zu einem Bestatter überführt. Fast fünf Stunden lag die arme Bella dort im Sarg – dann hörten ihre Angehörigen gegen 18:30 Uhr seltsame Geräusche aus dem Inneren, hat ihr Sohn Gilber Rodolfo Balberán Montoya der Zeitung El Universo gesagt.

Bella habe demnach mit der linken Hand „gegen die Kiste geschlagen“. Ihr Herz sei stabil, „der Arzt hat ihr in die Hand gekniffen und sie hat reagiert“. Ein Video von dem Vorfall machte in den sozialen Medien schnell die Runde. Es zeigt, wie Bella schwer atmend im Sarg liegt, während sich ein Arzt um die Rentnerin kümmert.

INSÓLITO !! La iban a velar pero estaba VIVABella Montoya, mujer de la tercera edad fue dada por muerta en el hospital de BabahoyoSe la entregaron a su hijo al medio día para que realizara el velatorio! Pero a las 18:30 se dieron cuenta que aún estaba viva.#Babahoyo… pic.twitter.com/E84hcN3nzn

Bella (76) für tot erklärt: Familie bekommt Sterbeurkunde

Nachdem das Martín-Icaza-Krankenhaus seine Mutter für tot erklärt hatte, musste Balberán eine Sargspende für die arme Familie veranlassen. „Sie haben uns sogar eine Sterbeurkunde gegeben“, sagte Gilber Rodolfo.

Nachdem der Arzt am Sarg sich um Bella gekümmert hat, wurde die 76-Jährige wieder ins Martín-Icaza-Krankenhaus zurückgebracht und auf die Intensivstation verlegt. Bellas Zustand sei nach Angaben der Ärzte immer noch ernst. Trotzdem feiern die Menschen in Babahoyo Bellas „Auferstehung“.

Gesundheitsministerium ermittelt gegen Arzt

Der diensthabende Arzt, der Bella vorschnell für tot erklärt hat, steht jetzt im Fokus der Ermittlungen. Das Gesundheitsministerium hat eine Untersuchung gegen den Mann eingeleitet. Außerdem soll sich eine Arbeitsgruppe darum kümmern, das Prozedere beim Ausstellen von Sterbeurkunden in der Klinik zu überprüfen.

Berichten zufolge soll Bella unter Katalepsie gelitten haben, einer plötzlichen Nervenstörung. Dabei wird der Körper unter anderem unbeweglich und starr. Bestätigt ist das allerdings noch nicht: Die Klinik hat eine Stellungnahme bisher verweigert.

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