Stand
AUTOR/IN
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Wochenlang hat auf Island die Erde gebebt – es waren Vorzeichen für einen Vulkanausbruch. Am Montagabend war es dann so weit.

Kurz nach 22 Uhr am Montagabend ist auf Island ein unterirdischer Vulkan ausgebrochen. Die Erde nördlich des Dorfes Grindavík ist auf vier Kilometern Länge aufgerissen, dort sprühen meterhohe Lavafontänen in die Luft.

Vulkanausbruch auf Island gefährdet keine Gebäude

Experten sagen, dass der neue Riss in der Erde um ein Vielfaches länger sei als bei den Ausbrüchen der vergangenen Jahre auf der Halbinsel Reykjanes. Auch der Lavastrom sei viel größer, etwa 100 bis 200 Kubikmeter Lava pro Sekunde strömten aus dem Spalt heraus.

Der Ort Grindavik liegt etwa vier Kilometer südwestlich der Ausbruchstelle – die etwa 4.000 Einwohner mussten deshalb schon im November ihre Häuser verlassen. Und das war auch richtig: Der Vulkanologe Ármann Höskuldsson sagt, der Riss erstrecke sich Richtung Grindavík.

Lava-Fontänen auf Island: Ausbruch könnte 10 Tage dauern

Höskuldsson sagte dem isländischem Rundfunksender RÚV, der Ausbruch könne bis zu zehn Tage lang dauern. Es fließe aber keine Lava in Richtung der Kraftwerke in Grindavík. Auch Gebäude seine zurzeit nicht gefährdet.

Islands Präsident Gudni Jóhannesson schrieb auf Facebook, es sei noch unklar, welchen Schaden der Ausbruch anrichten könnte. Er bat die Menschen vor Ort, „in diesem gefährlichen Moment“ allen Empfehlungen der Rettungsdienste zu folgen.

Góðir landsmenn. Eldgos er hafið í grennd við Grindavík. Ekki er ljóst hvaða usla það getur valdið en nú reiðum við...Posted by Forseti Íslands on Monday, December 18, 2023

Warum gibt es auf Island so viele Vulkanausbrüche?

Unter Grindavík auf der Reykjanes-Halbinsel verläuft ein etwa 15 Kilometer langer Magma-Tunnel von Nordosten nach Südwesten ins Meer. Deshalb gab es dort in den letzten drei Jahren immer wieder Vulkanausbrüche – allerdings immer in unbewohntem Gebiet.

Island liegt auf der Naht zwischen nordamerikanischer und eurasischer Platte. Deshalb gibt es auf der Insel oft Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Insgesamt gibt es mehr als 30 aktive Vulkane auf der Nordatlantik-Insel.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

Reuters ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel dpa, AFP, AP und SID.

Meistgelesen

  1. Kiel

    Tatort-Kritik aus Kiel: „Borowski und der Wiedergänger“ Check hier, ob der Tatort am Sonntag was für dich ist!

    Kommissar Borowski und seine junge Kollegin ermitteln bei einer schwerreichen Unternehmer-Familie, weil der Ehemann der Firmenchefin verschwunden ist.

  2. Storys der SWR3-Community Taxifahrer mit Herz – das sind eure schönsten Geschichten 💕

    Die Geschichte von Taxifahrer Maschid und dem 14-jährigen Lenny hat uns alle berührt. Fast noch besser sind eure eigenen Taxi-Storys – danke für eure tollen Kommentare!

  3. Wird Essen gehen jetzt teurer? Mehrwertsteuer-Erhöhung: Wie geht es den Gastronomen damit?

    Nach vielen Diskussionen wurde die Mehrwertsteuer in der Gastronomie zum 1. Januar 2024 wieder auf 19 Prozent angehoben. Wie geht es den Gastronomen damit? Bleiben die Kunden aus?