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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Der Vulkan Grindavík in Island ist am Samstagabend zum vierten Mal in nur wenigen Monaten ausgebrochen. Jetzt sind Tausende Haushalte in Gefahr.

Die Situation um Grindavík ist aber nicht angespannt, weil die Lava auf die Gebäude zufließt. Im Gegenteil: Gebäude sind nicht in Gefahr. Wohl aber die Bewohner, denn ihnen drohen durch das heiße Gestein eiskalte Wohnungen. Denn die Lava ist nur noch ein paar hundert Meter von einer Fernwärmeleitung entfernt.

Erreicht die Lava die Leitung und unterbricht sie, droht den Menschen in den betroffenen Häusern eine längere Zeit ohne Heizung. Zwar ist der Gesteinsstrom langsamer geworden, die Leitung sei aber nach wie vor in Gefahr, sagte Einar Hjörleifsson vom isländischen Wetteramt dem Sender RUV.

Wenn die Aktivität nicht weiter abnimmt und der Lavastrom nicht aufhört, sollte er in den nächsten Stunden die Leitung erreichen.

Für die Häuser und ihre Bewohner an sich bestünde keine Gefahr, weil extra Deiche aufgeschüttet wurden, die die Lava aufhielten und umleiteten.

Vulkanausbruch in Island: Zehntausende im Februar ohne Heizung

Bei einem Ausbruch im Februar wurde die Fernwärmeversorgung für mehr als 20.000 Menschen unterbrochen, nachdem Lavaströme Straßen und Pipelines zerstört hatten.

Am Samstagabend ist der Vulkan nahe des Ortes Grindavík zum vierten Mal seit Dezember 2023 ausgebrochen. Allerdings schießt die Lava dort nicht aus einem Berg, sondern aus einem Spalt. Bei diesen Spaltausbrüchen gibt es normalerweise keine großen Explosionen oder nennenswerte Ausbreitung von Asche.

Trotzdem ist der Ausbruch so intensiv, dass man die leuchtend rot-orangefarbenen Eruptionen auch von der Hauptstadt Reykjavik aus sehen kann – die liegt etwa 55 Kilometer nordöstlich von Grindavík.

Vulkanausbruch in Island: Grindavík schon im Dezember evakuiert

In den Ort, der nach dem ersten Ausbruch im Herbst evakuiert worden war, waren zuletzt nur wenige Menschen zurückgekehrt, die nun erneut in Sicherheit gebracht wurden.

Vulkanausbruch in Island: 700 Touristen aus Blauer Lagune evakuiert

Auch die Touristenattraktion Blaue Lagune, wo sich etwa 700 Menschen aufgehalten hatten, wurde noch am Samstagabend evakuiert. Der Flugverkehr zum internationalen Flughafen Keflavik war nicht beeinträchtigt.

Die Blaue Lagune bei Grindavik (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Blue Lagoon Iceland | -)
Etwa 700 Touristen mussten aus der Blauen Lagune evakuiert werden.

Warum gibt es auf Island so viele Vulkanausbrüche?

Unter Grindavík auf der Reykjanes-Halbinsel verläuft ein etwa 15 Kilometer langer Magma-Tunnel von Nordosten nach Südwesten ins Meer. Deshalb gab es dort in den letzten drei Jahren immer wieder Vulkanausbrüche – allerdings immer in unbewohntem Gebiet.

Island liegt auf der Naht zwischen nordamerikanischer und eurasischer Platte. Deshalb gibt es auf der Insel oft Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Insgesamt gibt es mehr als 30 aktive Vulkane auf der Nordatlantik-Insel.

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