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Malte Dedecek
Malte Dedecek (Foto: SWR3)

Mit der Zeitumstellung sind wieder mehr Autos in der Dämmerung unterwegs und die Gefahr für Wildunfälle steigt. Was mache ich, wenn ich ein Tier angefahren habe?

Die meisten Wildunfälle geschehen in der Dämmerung und Nebel. Pro Jahr sterben zwischen 200 000 und 250 000 tausend Tiere in Deutschland durch Autos. Wo Warnschilder stehen, sollte entsprechend langsam gefahren werden, denn wenn so ein zartes 20 Kilo Reh mit Tempo 100 gerammt wird, hat das Reh ein Aufschlagsgewicht von rund einer Tonne. Ein Wildschwein kommt da locker auf dreieinhalb Tonnen.

Die fünf wichtigsten Regeln bei einem Wildunfall

  1. Haltet Abstand von dem verletzten Tier.
  2. Sichert die Unfallstelle ab.
  3. Fasst auch tote Tiere nur mit Handschuhen an.
  4. Verfolgt kein verletztes Tier in den Wald.
  5. Ruft auf jeden Fall die Polizei.

Wild auf der Straße – so verhaltet ihr euch richtig

Bei Tieren am Fahrbahnrand solltet ihr unbedingt ganz langsam fahren oder sogar stehen bleiben. Denn die Tiere können keine Geschwindigkeiten abschätzen, es kann also die ganze Zeit am Fahrbahnrand stehen und plötzlich direkt vor eurem Auto auf die Straße laufen. Sind die Tiere auf der Fahrbahn, schaltet ihr besser das Fernlicht aus, denn sobald die Tiere geblendet sind, bleiben sie stehen. Durch Hupen könnt ihr die Tiere verscheuchen.

Wildunfall - die wichtigsten Infos (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann)
picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann

Zusammenstoß – das müsst ihr beachten

Wenn ihr einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern könnt, müsst ihr wirklich knallhart reagieren: Haltet das Lenkrad fest und bremst. Haltet weiter auf das Tier zu. Ein Ausweichmanöver ist viel riskanter, wenn ihr gegen einen Baum oder ein anderes Fahrzeug prallen könnt.

Habt ihr ein Tier angefahren, solltet ihr jeden Fall Abstand von dem verletzten Tier halten. Es kann in Panik geraten, beißen oder treten. Auch tote Tiere solltet ihr aus Seuchenschutzgründen nur mit Handschuhen anfassen, um es zum Beispiel von der Straße zu ziehen. Das Tier dürft ihr auf keinen Fall mitnehmen, das wäre Wilderei.

Flieht das Tier nach dem Zusammenstoß verletzt in den Wald, auf keinen Fall hinterherlaufen, sondern auf die Polizei warten und dann die Fluchtrichtung zeigen. Die Polizei muss auf jeden Fall angerufen werden. Den Unfallort ohne Meldung zu verlassen, verstößt gegen das Tierschutzgesetz, außerdem protokolliert die Polizei für die Versicherung den Wildunfall, der meist von der Teilkasko abgedeckt ist. Die Polizei ruft auch den zuständigen Jagdpächter an, der sich um das angefahrene Tier kümmert. Er führt eine Statistik, die Grundlage für das Aufstellen von Wildwechsel-Warnschildern ist. So verhindert die Meldung vielleicht den nächsten Unfall.

Detaillierte Karte „Unfallatlas“ zeigt: So gefährlich sind die Straßen in eurer Gegend

Statistiker zeigen mit einer Karte voller Verkehrsunfälle, wie gefährlich es auf den Straßen zugeht. Denn hinter jedem roten Punkt steckt das Schicksal eines verletzten Menschen.

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