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Herbert Grönemeyer (Foto: EMI)

Herbert Grönemeyer „Dafür gibt's eine Eins minus“

Dauer

Und hier nochmals der Songtext von „Schiffsverkehr“ + die Interpretationen von Nicola und Marcus:

Schiffsverkehr

Entfalte meine Hand.

Die Anker los!

Denn auch jedes Tief dreht sich ins Hoch.

Mit dieser meteorologischen Metapher möchte uns das lyrische Ich vor Augen führen, dass auch schwierige Zeiten – wenn man sie als Herausforderung annimmt und begreift – am Ende in etwas Positives umgewandelt werden können.

Fall auf meinen Fuß.

Die Feuer sind gesetzt.

Und die Nebel leuchten.

Nebel, die leuchten – ein Paradoxon, doch genau diese Widersprüchlichkeit zeigt auch hier wieder: Auch etwas dunkles, diesiges wie Nebel kann mit etwas positivem verknüpft werden: dem Leuchten.

Weg mit dem fixen Problem!

Ich will mehr

Schiffsverkehr.

Endlich auf hohe See.

Endlich auf hohe See.

Diese rhetorische Figur der Repetitio – also der Wiederholung einer ganzen Wortfolge unterstreicht, was der Autor will: mehr Schiffsverkehr – eine Metapher für mehr Austausch, mehr Begegnungen und auch mehr Interaktion auf dem Meer des Lebens, das unendliche Entfaltungsmöglichkeiten bietet.

Werde, wer ich bin.

Gute Fahrt!

Die Dämonen sind versenkt,

aufgeklärt.

Es gibt kein damals mehr.

Es gibt nur ein jetzt, ein Nach-Vorher.

Weg mit dem fixen Problem!

Ich will mehr

Schiffsverkehr.

Endlich auf hohe See.

Stell mich vor

das leere Tor

ich schlag mich fein

in Seide ein.

Geb mir ewigen Schnee.

Obacht! An dieser Stelle ist das lyrische Ich nicht in der Lage, den Imperativ Singular korrekt zu bilden: GIB mir ewigen Schnee müsste es richtig heißen, nicht geb mir.- Aber wir werten diesen Fauxpas als künstlerische Freiheit und sind nachsichtig.

Pures Gold, wohin ich seh

und leb mich voran.

Und leb mich voran.

Und ich verliere mich in mir.

Brauch meinen Tag

kein Schicksalsschlag

das Salz in mir

Die Vorfahrt

Radikalkur

klare Natur

Überholspur

kein Radar

Den Abendstern

Endlich freie Sicht

die Segel sind gefüllt

und keine Liebe bricht mich.

Der Spannungsbogen hat sich kontinuierlich gesteigert, am Ende ist das Schiff als Symbol für das Leben des lyrischen Ichs auf hoher See angekommen, es hat freie Sicht in die Zukunft, der Wind liefert die Energie, volle Kraft voraus! Dudei!

Weg mit dem fixen Problem!

Ich will mehr

Schiffsverkehr.

Endlich auf hohe See.

Dreh mein Herz

dann schlägt es leicht.

Im Paradies sind Plätze frei.

Geb mir ewigen Schnee.

Pures Gold wohin ich seh.

Und leb mich voran.

Und leb mich voran.

Und ich verlier mich in mir.

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