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Stefan Scheurer
Stefan Scheurer (Foto: SWR3)

Seine Kollegin ist tot und ihm ist auch schon schlecht: Kommissar Karow ist ganz schön abgehalftert. Das neue Mordopfer kommt ihm auch bekannt vor. Was kann der Tatort aus Berlin ohne Meret Becker?

In der Tatort-Szene haben sich viele gefragt: Wie geht es weiter beim Tatort Berlin? Gibt's einen Neustart? Denn im Mai ist Kommissarin Nina Rubin alias Meret Becker erschossen worden. Ihr melancholischer Kollege Robert Karow muss jetzt also alleine ran.

Es ist taghell im Tatort – und das ist echt selten, denn sonst ist ja immer Nacht zu Beginn des Tatorts. Es könnte aber daran liegen, dass der Mord schon passiert ist: Denn in einem Berliner Waldstück liegt ein Toter. Das Gesicht wurde mit dem Messer böse entstellt. Gestorben ist er an einem Kopfschuss. Kommissar Karow ist auch am Set. Er mischt die erste Szene gleich mal richtig auf, indem er allen Ansagen macht – trotz mangelnder Zuständigkeit. Das kommt nicht bei allen gut an.

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Tatort-Kritik Tatort “Das Opfer” So., 18.12.22 | 20:15 Uhr Das Erste

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Kommissar Karow als Einzelkämpfer, ganz ohne Nina Rubin. Ob das gut geht?

Es ist also gleich zu Beginn klar: Karow kommt schlecht zurecht ohne seine erschossene Kollegin Nina Rubin. Er ist dünnhäutig und arrogant – andererseits schaffen das die meisten ARD-Kommissare auch ganz ohne den Verlust der Filmpartnerin.

Ein bärtiger Mann schaut in die Dunkelheit (Foto: ard-foto s2-intern/extern, rbb/Stefan Erhard)
Er ist das Opfer, war verdeckter Ermittler und ein Jugendfreund von Karow. Lief da etwa was? ard-foto s2-intern/extern rbb/Stefan Erhard

Das Opfer ist nicht nur ein verdeckter Ermittler, sondern auch ein Jugendfreund von Karow. Das macht den ganzen Fall natürlich noch trauriger, denn es weckt alte Erinnerungen. Die beiden haben in derselben Straße gewohnt und auch erste sexuelle Erfahrungen miteinander geteilt – wobei unklar ist, was für den Fall die wichtigere Erkenntnis ist.

So isser: Der Tatort Berlin ohne Nina Rubin

Im Tatort aus Berlin gehts um Mord aus der Mafia-Szene. Und letztlich wird 90 Minuten lang mehr nach dem Motiv gesucht als nach einem Täter. Denn auf den haben sich alle Hauptfiguren schon recht früh festgelegt. Es ist ein Mafiaboss, wenn das mal nicht schief geht.

Kommissar Karow steht im Wald und guckt kritisch. Hinter scheint die Sonne durch. (Foto: ard-foto s2-intern/extern, rbb/Stefan Erhard)
Mord im Wald, ein Tatort-Klassiker. ard-foto s2-intern/extern rbb/Stefan Erhard

Was anderes war den Machern des Tatorts wichtiger: Sie wollten uns vor allem zeigen, wie Kommissar Karow als Einzelkämpfer zurechtkommt. Und er ist ganz schön umtriebig unterwegs. Zeitweise will er den Fall auch dann noch lösen, als er sich schwer verletzt.

Der Tatort birgt eine depressive Stimmung in sich, er transportiert eine große Schwere. Ich hatte den Eindruck, wir alle sollten mit dem einsamen Kommissar gefälligst mitleiden – und das ist durchaus auch so schwerfällig wie früher beim Berliner Tatort.

Kommissar Karow aus dem Tatort läuft auf einer Strasse durch Berlin, im Hintergrund eine U-Bahn-Station. (Foto: ard-foto s2-intern/extern, rbb/Stefan Erhard)
Einsam irrt er nun durch die Stadt und löst den neuen Fall. Seine Kollegin Nina Rubin ist im Mai erschossen worden. ard-foto s2-intern/extern rbb/Stefan Erhard

Ich finde, der melodramatische Neustart haut einen nicht vom Hocker, macht eher ein bisschen schlechte Laune. Mir ist das zu wenig Neustart, um auf es auf die Liste eines überdurchschnittlichen Tatorts zu schaffen. 3 von 5 Elchen. Schade.

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