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Der letzte Polizeiruf mit Matthias Brandt alias Hanns von Meuffels schnitt beim SWR3 Elchcheck eher schlecht ab. Nur einen Elch gab es im Sommer. Jetzt ermittelt von Meuffels wieder – und: es geht aufwärts. Der Polizeiruf mit dem Titel „Und vergib uns unsere Schuld“ ist viel besser als der vorangegangene, sagt SWR3-Redakteur Michael Haas.

Schuld ist das ganz große Thema in diesem Polizeiruf. Und auch Kommissar von Meuffels scheint nicht ganz frei von Schuld zu sein. Vor zehn Jahren hatte er einen Mann wegen Mordes an einem 16-jährigen Mädchen ins Gefängnis gebracht. In einem langen Verhör hatte der vermeintliche Täter den Mord gestanden. Doch nun wird der verurteilte Mädchenmörder tot in seiner Zelle gefunden. Suizid. Ohne Zweifel.

Falscher Mörder?

Eigentlich ist damit alles geklärt. Doch als der Tod des Häftlings in der Zeitung steht, meldet sich ein anderer Mann – und gesteht denselben Mord. Er sei der Täter, der tote Häftling habe damals nur aus Gefälligkeit gestanden. Von Meuffels glaubt dem Mann kein Wort. Doch später kommen die Selbstzweifel. Hat er den Mann vor zehn Jahren tatsächlich zu einem Geständnis gedrängt? Ist er Schuld an der möglicherweise falschen Verurteilung? Ja vielleicht sogar Schuld am verzweifelten Selbstmord im Gefängnis?

Szenenbilder aus „Und vergebe uns unsere Schuld“

Szenenbilder Polizeiruf 110 – Und vergib uns unsere Schulde (Foto: BR/Wiedemann)
Zehn Jahre nach der Ermordung der damals 16-jährigen Miriam taucht Jens Baumann bei Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels auf und bekennt sich zu der Tat. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Für Meuffels ist der Fall eigentlich abgeschlossen. Er glaubt zunächst nicht an Baumanns Schuld. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Doch Baumann ist beharrlich und will Meuffels unbedingt von seiner Schuld überzeugen. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Er schildert grausige Details von dem Verbrechen damals. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Meuffels sieht sich in Baumanns Wohnung genauer um. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Langsam beginnt er an seine Aussage zu glauben. Wurde Tim Haffling damals tatsächlich zu Unrecht verurteilt? BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Lisa Haffling erfährt von der Unschuld ihres Sohnes. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Ein Tipp führt den Kommissar auf dieses Grundstück. Wurde hier tatsächlich die Leiche des Mädchens vergraben? BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Meuffels rollt den Fall komplett neu auf und ermittelt in Waldkreitling. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Entschlossen lässt er den Parkplatz aufgraben. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Doch Staatsanwalt Rösner will die Sache auf sich beruhen lassen und bittet den Kommissar, die Ermittlungen einzustellen. BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen
Meuffels hadert mit sich selbst. Soll er weitermachen? BR/Wiedemann Bild in Detailansicht öffnen

Katz- und Mausspiel mit dem Zuschauer

Damit beginnt ein fein erzähltes, beeindruckendes Psychogramm eines Mannes, der angibt eine junge Frau getötet zu haben. Und auch ein Katz-und Mausspiel mit dem Zuschauer. Denn jedes Mal, wenn man dazu neigt dem angeblichen Täter zu glauben, sagt der etwas so groteskes oder dummes, das man ihn doch wieder nur für einen Möchtegern-Mörder hält. Ein wunderbar austariertes Spiel um die Glaubwürdigkeit eines Menschen. Nichts ist dabei vorhersehbar, die Spannung nährt sich allein aus der Frage, ob der Geständige nun auch der Täter ist. Das ergibt einen – auf eine ganz ungewohnte Art – spannenden Krimi. Für Fans von Kommissar von Meuffels ein wahres Fest, aber auch die Nebenrollen sind erstklassig besetzt. Alles unverbrauchte Gesichter, aber wunderbare Schauspieler, die den Polizeiruf echt und authentisch wirken lassen. Dazu die gewohnt unaufgeregte Machart des Polizeirufs. Genau das Richtige für eine ruhige, aber doch spannende Sonntagabendunterhaltung.

Ich gebe sehr gute vier von fünf Elchen.

Polizeiruf 110 zum Nachhören

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