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Drama auf der Ostsee-Fähre: Ein Junge und seine Mutter fallen ins Wasser. Nach einer Stunde können sie gerettet werden. Aber jetzt ist klar: Beide haben nicht überlebt.

Achtung Triggerwarnung: Der folgende Text befasst sich mit dem Thema Suizid und dem Tod eines Kindes.

Nach dem schrecklichen Vorfall auf dem Passagierschiff „Stena Spirit“ sind ein ins Wasser gefallenes Kind und seine Mutter gestorben. „Sowohl der Junge als auch die Frau leben nicht mehr“, sagte ein Sprecher der polnischen Polizei am Freitag dem Sender TVN24.

Das siebenjährige Kind und die Mutter, beide polnische Staatsbürger, waren am Donnerstagnachmittag auf dem Weg aus Danzig Richtung Karlskrona mitten in der Ostsee über Bord gegangen. Am Donnerstag um 16:20 Uhr wurde der Alarm an die Rettungskräfte abgesetzt.

Mutter und Sohn fallen in die Ostsee: Ermittlungen wegen Mordes

In ersten Berichten hieß es, das Kind sei von dem Schiff gefallen und die Mutter sei dann hinterhergesprungen. Mittlerweile ist klar, dass beide über Bord gegangen sind. Wie genau es dazu kam, ist weiterhin nicht bekannt. Eine Sprecherin der Reederei Stena Line sagte der polnischen Boulevardzeitung Fakt, man habe Videomaterial gesichert, das die Version, ein Kind sei über Bord gefallen und eine Erwachsene hinterhergesprungen, nicht bestätigte.

Die polnische Staatsanwaltschaft geht mittlerweile von einem Mordfall aus. Ermittelt werde nun wegen des „Mordes an einem Kind und des Selbstmordes der Mutter“, sagte eine Sprecherin der Bezirksstaatsanwaltschaft Danzig der Deutschen-Presse-Agentur. Am Freitag hatte bereits die schwedische Staatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass sie Vorermittlungen wegen Mordes eingeleitet habe, aber nicht nach einem Verdächtigen suche.

Nato-Kräfte halfen bei der Suche nach Mutter und Kind in der Ostsee

An der Suche nach der Mutter und ihrem Kind beteiligten sich neben Rettungshubschraubern und der Fähre selbst unter anderem auch Nato-Kräfte, die für eine Übung in der Gegend waren, sagte der Leiter von Rettungseinsätzen bei der schwedischen Schifffahrtsbehörde, Lars Blom.

Die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ der #BundeswehrimEinsatz hat gestern bei einer Rettungsaktion zweier verunglückter Personen in der Ostsee unterstützt. Dabei kamen auch die Bordhubschrauber zum Einsatz. pic.twitter.com/UVEMyX9LtB

SWR3-Reporterin Sofie Donges berichtet über den Stand der Ermittlungen:

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Nachrichten War es ein Unfall? Ermittlungen zu dem Unglück dauern an

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SWR3-Reporterin Sofie Donges berichtet über die Ermittlungen.

Kind und Mutter im Krankenhaus gestorben

Die Retter hätten gut eine Stunde gebraucht, um Mutter und Kind zu finden. Hubschrauber haben dann die Mutter aus dem Wasser hochgeholt. Das Kind wurde von einem Boot gerettet, sagte ein Behördensprecher dem schwedischen Rundfunksender SVT. Als man die beiden aus dem Wasser gezogen habe, hätten sie noch Lebenszeichen gezeigt, sagte der Sprecher der Polizeidirektion. Sie seien in ein schwedisches Krankenhaus gebracht worden, wo sie dann verstorben seien.

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Die AFP (Agence France-Presse) ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel dpa, Reuters, AP und SID.

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