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Louis Leßmann
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Isabel Gebhardt
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Leo Eder
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Ein 18-Jähriger soll am Donnerstag eine gleichaltrige Schülerin im baden-württembergischen St. Leon-Rot getötet haben. Der Verdächtigte war schon länger im Visier der Behörden.

Die 18-jährige Schülerin hatte schon im November 2023 Strafanzeige gegen den Tatverdächtigen erstattet – wegen körperlicher Gewalt. Seitdem haben Polizei, Schule und Jugendamt den mutmaßlichen Täter im Blick behalten. Das berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag. Sowohl nach dem Vorfall als auch einen Monat später im Dezember 2023 habe der Verdächtigte sogenannte Gefährderansprachen durch die Polizei erhalten. Damit ist eine Art Ermahnung gemeint, mit der die Polizei signalisiert, dass die Person streng beobachtet wird, weil eine realistische Chance besteht, dass sie eine Straftat begeht.

St. Leon-Rot: Schule wollte Kontakt unterbinden

Ein gerichtlich angeordnetes Kontaktverbot habe es laut der Polizei nicht gegeben. Die Schule habe trotzdem handeln wollen und sich deshalb mit der Polizei abgestimmt, wie Kommunikationsexperte Dirk Metz am Freitag im Rathaus der Gemeinde mitteilte. Man habe versucht, dass sich der Tätverdächtige und das Opfer „möglichst nicht begegnen“.

Der Schulleiter des Löwenrot-Gymnasiums, Dirk Lutschewitz, sagte am Freitag im Namen der Schule, alle Gedanken seien bei der Familie des Mädchens:

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Nachrichten Schulleiter in St. Leon-Rot: Schrittweise zurück in den Alltag

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Gewalttat an Schule in St. Leon-Rot: 18-Jähriger sitzt in Haft

Mit einem Messer soll der 18-Jährige am Donnerstagvormittag in dem Gymnasium seine gleichaltrige Mitschülerin erstochen haben. Versuche, die Schülerin zu reanimieren, blieben erfolglos. Die 18-Jährige starb noch vor Ort an ihren schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter sitzt nun in U-Haft, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Die zuständige Haftrichterin des Amtsgerichts Heidelberg habe einen Haftbefehl wegen Mordes erlassen und in Vollzug gesetzt.

Mutmaßlicher Täter und Opfer waren ein Paar – war es ein Femizid?

Die beiden sollen 2023 zwischenzeitlich in einer Beziehung gewesen sein. Davon ist nach aktuellem Ermittlungsstand auszugehen. Die Staatsanwaltschaft stellte jedoch klar, dass die beiden zum Zeitpunkt der Tat kein Paar mehr gewesen sein. Ob es sich bei der Tat um einen Femizid – also das Töten einer Frau aufgrund ihres Geschlechts – handelt, konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Er sagte aber:

Der Begriff Beziehungstat war zumindest nicht beschönigend gemeint. Da gibt es nichts zu beschönigen.

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Nachrichten Polizeisprecher Patrick Knapp: "Beziehung ist Gegenstand der Ermittlungen“

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An einer Schule im baden-württembergischen St. Leon-Rot wurde am Donnerstag eine Schülerin getötet. Der mutmaßliche Täter flüchtete – wurde dann aber in Niedersachsen festgenommen.

In Niedersachsen festgenommen: So endete die Flucht des mutmaßlichen Täters

Der Tatverdächtige war mit einem Auto geflüchtet. Nach ihm wurde mit einem Großaufgebot gefahndet. Er wurde gegen 13 Uhr in Seesen in Niedersachsen festgenommen. Dort hatte der 18-Jährige laut Polizei einen Verkehrsunfall verursacht. Er soll in den Gegenverkehr geraten und mit einem entgegenkommenden Auto zusammengestoßen sein.

UPDATE3: Tatverdächtiger festgenommen!

Der 18-Jährige wurde bei dem Unfall verletzt. Er kam ins Krankenhaus.

Nach einem Unfall steht ein schwer beschädigtes Auto in Seesen. Nach der Gewalttat an einer Schule in St. Leon-Rot bei Heidelberg ist der flüchtige mutmaßliche Täter mit seinem Auto in Niedersachsen in den Gegenverkehr geraten und bei einem Zusammenstoß verletzt worden. Der 18-Jährige sei danach vorläufig festgenommen worden. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/- | Martin Dziadek)
Das schwer beschädigte Fluchtauto nach dem Unfall in Niedersachsen.

Rund 650 Schüler in Sicherheit gebracht

Das Löwenrot-Gymnasium in St. Leon-Rot wurde 1998 mit einer Elterninitiative als Privatgymnasium Leimen gegründet. 685 Schülerinnen und Schüler würden dort von 85 Lehrkräften unterrichtet, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt.

Das Schulgebäude war am Donnerstag evakuiert und von schwer bewaffneten Polizisten durchsucht worden. Die Schülerinnen und Schüler wurden zwischenzeitlich in einer Veranstaltungshalle gegenüber der Schule untergebracht und konnten dort von ihren Eltern abgeholt werden. Für sie habe keine akute Gefahr bestanden, so die Polizei. Am Freitag fand kein Unterricht statt.

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Die Presseabteilung der Polizei verfasst zu vielen Einsätzen einen kurzen Bericht. Der wird den Medien zur Verfügung gestellt. Sie liefern Informationen zum Beispiel zu Unfällen, Ermittlungen und Festnahmen. Außerdem veröffentlicht die Polizei auch Zeugenaufrufe oder Bilder von vermissten Personen und bittet die Medien darum, die Informationen zu verbreiten.

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