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AUTOR/IN
Michael Haas
Michael Haas (Foto: SWR3)
ONLINEFASSUNG
Felix Stängle

Felix Murot brilliert in dieser Hochglanzproduktion, obwohl er besser nicht gnadenlos auf diese hübsche, junge Frau an der Hotelbar reingefallen wäre.

Kommissar Felix Murot, der immer so aussieht, als wollte er aus den Sechzigern abgeholt werden, sitzt an der Hotelbar eines Nobelhotels. Im Hintergrund dezente Klaviermusik. Hier ist Murot in seinem Element. Neben ihm ein exzellenter Bordeaux im Glas und daneben eine attraktive junge Dame auf einem Barhocker; wie zufällig in seiner direkten Nähe.  

Eva und Felix Murot (Foto: ard-foto s2-intern/extern, HR / Bettina Müller)
Kommisasar Murot wird an einer Hotelbar von einer jüngeren Frau in ein Gespräch verwickelt. Bei einem Glas Rotwein spielt Murot mit ihr, gibt sich gut gelaunt als Versicherungsvertreter aus. ard-foto s2-intern/extern HR / Bettina Müller

Tatort Wiesbaden: K.O. im Nobelhotel

Natürlich spricht Murot die junge Frau an, natürlich ergibt sich ein nichtssagendes Gespräch, und natürlich fließt weiterer Bordeaux. Allein schon wegen des Altersunterschieds ahnt man als Zuschauer schon: Da stimmt was nicht. Und tatsächlich. Murot gerät ordentlich ins Schwanken. Da hat ihm die Frau doch eben was in den Rotwein gekippt, ganz unbemerkt. Waren das etwa KO-Tropfen? 

Eva mit ihrer Freundin (Foto: ard-foto s2-intern/extern, HR / Bettina Müller)
Es gibt den Verdacht, dass die Trickbetrügerin in den Mordfall verwickelt ist. ard-foto s2-intern/extern HR / Bettina Müller

Jedenfalls ist am nächsten Morgen Doppel-Disko: Murot wacht in einem freien Zimmer des Nobelhotels auf, hat einen riesen Schädel, aber sonst nichts mehr. Alle Papiere, das ganze Geld, alles weg. Und dann klingelt auch noch wie bekloppt das Handy. Murots Kollegin sucht ihn schon ne ganze Weile. „Wo bleiben Sie denn?“ – „Ich bin noch zu Hause“, flunkert der Kommissar verlegen. Das hätte er am besten nicht gemacht. Auch wenn er so doof war und gedacht hat, die sehr viel jüngere Diebin würde sich für ihn interessieren. 

Hotelangestellter und Magda Wächter (Foto: ard-foto s2-intern/extern, HR / Bettina Müller)
Während Wächter eifrig in dem Fall ermittelt, wird Murot mit seiner Vergangenheit konfrontiert. ard-foto s2-intern/extern HR / Bettina Müller

Denn der Tote, weswegen ihn seine Kollegin so dringend sucht, liegt im genau selben Hotel, in dem Murot ausgeknocked die Nacht verbracht hat. Was natürlich peinlich ist. Und was er natürlich für sich behält. Und schon nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn auch der Tote hat sich von der Schönen an der Bar beklauen lassen. 

Martin Landrot und Xavier (Foto: ard-foto s2-intern/extern, HR / Bettina Müller)
Murot verheimlicht seiner Mitarbeiterin Wächter, dass er von einer Trickbetrügerin ausgeraubt wurde. Doch Wächter beobachtet ihn bereits argwöhnisch, denn in derselben Nacht wurde in dem Hotel ein hochrangiger IT-Experte ermordet. ard-foto s2-intern/extern HR / Bettina Müller

Tatort Wiesbaden: Man weiß nie wie es kommt

Und schwupps sind wir mittendrin im Murot-Tatort – bei dem man nie weiß, was als nächstes kommt. Wird’s spannend? Oder wird's skurril, wie an einer Stelle, als der Typ an der Hotelbar Bauchredner ist und eine Puppe auf dem Schoss sitzen hat? Oder wird’s ernst? Wie an einer anderen Stelle, als ausgerechnet die Trickdiebin Murot auf dessen Führerschein wiedererkennt – als ihren möglichen Vater? Alter Falter, ganz schön abgefahren. 

Felix Murot (Foto: ard-foto s2-intern/extern, HR / Bettina Müller)
Die junge Frau hat sich in sein Leben geschlichen und zwingt Murot, Vorfälle zu rekonstruieren, die sich vor vielen Jahren auf einer Urlaubsreise zugetragen haben. Murot beschleicht die Angst, dass er Schuld auf sich geladen hat. ard-foto s2-intern/extern HR / Bettina Müller

Fazit: Ein Hochglanz-Tatort!

Getoppt wird das alles nur durch die wunderschönen Bilder. Ein Tatort in Hochglanz. Wie edel und ästhetisch der Murot an der Hotelbar hängt, mit dem Rotwein in der Hand. Ein echt gelungener Gegenentwurf zu den Schmuddel-Kommissaren, die‘s im Tatort schon reichlich gegeben hat. Dabei trägt die Story tatsächlich ganze 90 Minuten und ist „durchaus unterhaltsam“ – wie Murot sagen würde.

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