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Bei einer politisch motivierten Aktion gerät ein Haus in Brand. Versehen oder Absicht? Die Ermittler Falke und Grosz tauchen in die Hamburger Flinta*-Szene ein. Ein guter und unterhaltsamer Krimi für den Sonntagabend, sagt SWR3-Redakteur Michael Haas. 

Ermittlungen in der FLINTA*-Szene

Eine junge Frau schneidet in ihrer Küche Gemüse. Sie ahnt nichts von der vermummten Person, die direkt hinter ihr steht und sie plötzlich angreift. Allerdings ist die Person kein Einbrecher, sondern die Freundin der Frau. Ein kleiner Spass unter Radikalen, denn das sind die beiden. Sie leben in einer Art Kommune für lesbische links-militante Autonome. Die Polizei spricht von der FLINTA*-Szene, und meint damit Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen sowie nicht-binäre Geschlechtsidentitäten.

Szenenbilder Tatort (Foto: ard-foto s2-intern/extern, NDR / O-Young Kwon)
Bei einem Anschlag wird die Ehefrau des Polizisten Bastian Huber (Robert Höller) schwer verletzt. ard-foto s2-intern/extern NDR / O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen
Erhält einen Anruf aus der Vergangenheit: Julia Grosz (Franziska Weisz) ard-foto s2-intern/extern NDR / O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen
Doch als auch für Grosz zunehmend die Grenzen verschwimmen und Falke auf fragwürdige Polizei-Interna stößt, geraten beide ins Straucheln. ard-foto s2-intern/extern NDR / O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen
Verfolgen den Täter nach Einbruch in der WG: Maike (Jana Julia Roth) und Nana (Gina Haller). ard-foto s2-intern/extern NDR / O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen
Falke unterstützt Grosz - und ermittelt zeitgleich im Fall eines Brandanschlages, der sich zunächst in eine Serie politisch motivierter Gewaltakte zu reihen scheint. ard-foto s2-intern/extern NDR / O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen
Erst, als beide Ermittler an einem Strang ziehen, können sie den Verantwortlichen für den Brandanschlag stellen, der auch in Elas Verschwinden verstrickt ist — und ihr sehr viel nähersteht als anfangs vermutet. ard-foto s2-intern/extern NDR / O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen
Kommissarin Julia Grosz (Franziska Weisz) ermittelt undercover. Sie begibt sich unter falscher Identität in das hedonistisch-freiheitliche Milieu, in dem sich ihre Freundin allem Anschein nach verloren hatte. ard-foto s2-intern/extern NDR / O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen
Hat Spaß mit ihren Mitbewohnerinnen: Julia (Franziska Weisz) mit Nana (Gina Haller) und Maike (Jana Julia Roth) NDR/O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen
Hat Elas Ehemann Carsten Maier (Konrad Singer) etwas mit ihrem Verschwinden zu tun? Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) fühlt ihm auf den Zahn. ard-foto s2-intern/extern NDR / O-Young Kwon Bild in Detailansicht öffnen

Versehen oder Anschlag?

Einige von ihnen stuft die Polizei im Film als militant ein, als freie Radikale, die auch mal gerne parkende SUVs abfackeln. Aber als das nächste Auto brennt, greift das Feuer auf das Haus eines Polizisten über. Seine Frau wird schwerstverletzt. Die Polizei spricht sofort von einem Anschlag gegen die Ordnungsbehörden.  

Falke und Grosz nehmen die Ermittlungen auf, und schnell meldet sich Ela bei der Kommissarin, eine verflossene Liebe von ihr. Die beiden hatten sich bei der Polizeiausbildung kennengelernt. Doch Ela ist dann irgendwie in diese FLINTA*-Szene abgerutscht. 

Freundin oder Polizistin – Julia Grosz braucht Hilfe

Ela erzählt Grosz von ihrem Verdacht, wer den Anschlag verübt haben könnte, bittet sie aber um Verschwiegenheit. Das allein ist schon schwierig für die Kommissarin, weil sie den Verdacht als Beamtin eigentlich melden müsste. Doch dann verschwindet Ela auch noch spurlos. Spätestens jetzt braucht Julia Grosz Hilfe. Sie bittet ihren Kollegen Falke um Rückendeckung. Und ja, Falke hält zu ihr und vertraut ihr. Was für eine Wohltat, wenn man am Sonntagabend nicht noch dem Krach zwischen den Kommissaren zugucken muss! Falke einfühlsam und verständnisvoll. Das tut der Beziehung zu seiner Kollegin gut, und das tut dem ganzen Tatort gut.

Fazit der Tatort-Kritik: Etwas zu ruhig erzählt, trotzdem schöne Ideen

Ich frag mich nur, ob die Story wirklich über ganze 90 Minuten trägt. Mir kam sie etwas gedehnt vor. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Jedenfalls sind da schöne Ideen drin, und einigermaßen spannend wird es auch. Das wichtigste aber: Man guckt wirklich gerne zu. Ein guter Tatort! Drei von fünf Elchen. 

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