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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer (Foto: SWR3)

Am Samstag hat ein Blitz sechs Menschen unter einen Baum getroffen. Ein Mann starb am gleichen Tag. Jetzt ist auch eine Frau ihren Verletzungen erlegen. Ihr elfjähriger Sohn wird noch behandelt.

Vier Tage haben die Ärzte um das Leben der 43-Jährigen gekämpft – am Mittwoch haben sie den Kampf verloren: die Frau ist gestorben. Das hat die Polizei am Donnerstag mitgeteilt.

Der elfjährige Sohn der Frau, der ebenfalls schwer verletzt ist, wird demnach „weiter in einem Krankenhaus behandelt“ heißt es in der knappen Mitteilung. Man wolle aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nur das Allernötigste mitteilen, hat eine Polizeisprecherin SWR3.de gesagt. Von dem Jungen hatte es allerdings zuvor geheißen, es gehe ihm besser.

Fahrräder stehen an einem Baum, an dem nach einem Blitzeinschlag am Samstag drei Menschen schwer verletzt wurden. Ein Mann und jetzt auch eine Frau sind dabei ums Leben gekommen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Fahrräder stehen an einem Baum, an dem nach einem Blitzeinschlag am Samstag drei Menschen schwer verletzt wurden. Ein Mann und jetzt auch eine Frau sind dabei ums Leben gekommen.

35-jähriges Blitz-Opfer starb bereits am Sonntag

Mutter, Sohn und vier weitere Menschen hatten am Samstag unter einem Baum gestanden, als ein Gewitter losbrach. Mehrere weitere Besucher eines Festes sollen rechtzeitig in einer Scheune Zuflucht gesucht haben.

Als dann der Blitz einschlug, seien sie „einfach umgefallen“ sagten Zeugen hinterher. Ein 35 Jahre alter Mann starb am darauffolgenden Tag an den Folgen des Blitzes.

Hier der SWR-Bericht vom Samstag:

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Zweite Frau und Kinder in Unterensingen hatten bei Blitzeinschlag mehr Glück

Die andere Frau, eine 40-Jährige, wurde weniger schwer verletzt. Ihre Kinder, ein vierjähriger Junge und ein Mädchen im Alter von knapp elf Monaten, erlitten einen Schock. Sie befanden sich nach Angaben der Polizei zum Zeitpunkt des Unwetters in einem Fahrradanhänger.

Ersthelfer kümmerten sich um die Verletzten, bis sie in Kliniken kamen. Der Rettungsdienst war mit einem Großaufgebot vor Ort. Etwa 15 andere Menschen hatten in einer Scheune Schutz gesucht.

Hier berichten unsere Kollegen aus Stuttgart:

Ein Mann saß am Samstag unter einem Baum in einem Ausflugslokal in #Unterensingen (Kreis #Esslingen), als ein #Blitz einschlug. Er starb am Sonntag im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. https://t.co/sB7GjSLJqv

Wenn es blitzt: in einem Gebäude oder einem Auto Zuflucht suchen

Das ganze Wochenende lang waren Gewitter über Baden-Württemberg hinweg gezogen. Fachleute raten Menschen, bei Gewittern Schutz in einem Gebäude oder einem geschlossenen Auto zu suchen.

Im Freien sollte man sich eine flache Stelle oder besser Vertiefung suchen, in die Hocke gehen, die Füße eng nebeneinander stellen und die Arme um die Knie schließen. So verhaltet ihr euch richtig:

Blitzeinschläge nahmen 2022 bundesweit ab

In Baden-Württemberg hat es im vergangenen Jahr deutlich weniger Blitze gegeben. Grund dafür ist, dass es in den Sommermonaten zu wenig geregnet hat. Insgesamt wurden rund 34.600 Blitze gezählt.

Bundesweit hat es 2022 sogar so selten geblitzt wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Der Blitz-Informationsdienst zählte 2022 deutschlandweit 242.421 Blitzeinschläge. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1991. In Rheinland-Pfalz blitzte es dagegen mit knapp 15.000 Blitzen ungefähr so oft wie im Jahr davor.

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