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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt

Ein Paar aus Mexiko wollte mit einer riesigen Party verkünden, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen. Aber: Dann gab es einen schrecklichen Unfall.

Die werdenden Eltern wollten bei einer Party das Geschlecht ihres Babys auf eine außergewöhnliche Art und Weise erfahren. Dafür hatten sie ein Flugzeug gemietet. Es sollte über sie fliegen und eine eingefärbte Rauchwolke ablassen: blau für einen Jungen, rosa für ein Mädchen.

Unfall bei „Gender Reveal Party“: Erst Freude, dann Tragödie

Bis dahin ging der Plan des Paares auch auf. Das Flugzeug flog über sie und färbte den Himmel rosa. Auf einem Video von der Feier ist großer Jubel zu hören. Doch während sich das Paar mit Familie und Freunden darüber freuten, dass sie ein Mädchen bekommen werden, passierte das Unglück.

Auf dem Video sieht man, dass das Flugzeug auf einmal Probleme bekommt. Es sieht so aus, als würde einer der Flügel abbrechen. Die Maschine gerät ins Trudeln und stürzt ab.

Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes erklärte CNN, dass die Rettungskräfte den Piloten noch an der Absturzstelle behandelt hätten. Er wurde ins Krankenhaus gebracht – und starb dort. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar.

Pilot killed after his Piper PA-25 left wing failed at a gender reveal party in the town of San Pedro, Mexico. pic.twitter.com/6JILK7fsGm

Waldbrand & Co.: Diese „Gender Reveal Partys“ gingen schief

Der Flugzeugabsturz ist nicht der erste Unfall bei einer solchen Party. 2021 zündete ein Paar in Kalifornien eine Rauchbombe und löste damit einen Waldbrand aus. Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz – ein Feuerwehrmann starb bei den Löscharbeiten. Außerdem wurden mehrere Häuser zerstört und eine Fläche von knapp 90 Quadratkilometer verbrannte. Außerdem starben schon mehrere Menschen, weil sie von durch Explosionen herumfliegenden Teilen getroffen wurden.

Warum macht man eine „Gender Reveal Party“?

Die sogenannten Gender Reveal Partys kommen aus den USA – werden aber auch in Deutschland und anderen Ländern immer beliebter. Dabei erfahren die werdenden Eltern während der Schwangerschaft das biologische Geschlecht ihres Babys. Auf Instagram, Facebook und TikTok gibt es viele Videos davon. Meist wird mit blauen und rosafarbenen Luftballons oder entsprechend eingefärbten Kuchen gefeiert.

Unsere Kollegen von „reporter“ sind der Frage nachgegangen, warum man eine Geschlechtsverkündung feiert:

Manchen werdenden Eltern reicht das aber nicht. Sie wollen etwas Spektakuläreres! Vor einigen Jahren gab es zum Beispiel heftige Kritik, weil ein Paar ihre Party mit einem echten Tiger feierte.

Deshalb gibt es Kritik an „Gender Reveal Partys“

Die Partys sind aber nicht nur umstritten, weil sie manchmal gefährlich und dekadent sind. Es wird kritisiert, dass die meistens verwendeten Farben Blau und Rosa Geschlechterklischees fördern. Außerdem werde den Babys ein soziales Geschlecht zugesprochen, das nicht unbedingt dem entspricht, mit dem sie sich später identifizieren.

Selbst die Erfinderin der „Gender Reveal Partys“ sieht solche Feiern mittlerweile kritisch. Im Juli 2019 schrieb die US-Bloggerin Jenna Karvunidis auf Facebook: „Wen interessiert schon, welches Geschlecht ein Baby hat? In den Kindern stecke weit mehr Potenzial und Talent, das nichts damit zu tun habe, was zwischen ihren Beinen ist.“

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

X ist ein soziales Netzwerk aus den USA und wird häufig von Politikern oder Journalisten genutzt. Bis zu seiner Umbenennung hieß das Netzwerk Twitter. Auch Unternehmen und Vereine sind auf X aktiv. Sie schreiben Beiträge (früher: Tweets) mit wichtigen Infos über sich selbst. Ein solcher Beitrag kann dadurch zu einer Nachrichtenquelle für uns werden. Wir prüfen natürlich, ob das Profil und der Beitrag echt sind. Seit Elon Musk das soziale Netzwerk gekauft hat, ist das allerdings schwieriger geworden. Deshalb sind wir sehr vorsichtig mit Informationen, die ausschließlich über X verbreitet werden.

Auch andere Medien und Webseiten können für uns Quellen für News sein. Das sind zum Beispiel Seiten, die sich nur mit einem Themenbereich beschäftigen und deshalb Spezialisten in dem Bereich sind. Für Seiten wie hiphop.de oder raptastisch.net arbeiten zum Beispiel Musik-Journalisten, für Webseiten wie golem.de oder t3n.de Technik-Journalisten.

Viele Personen, Unternehmen und Vereine haben auf Facebook Profile und posten dort auch wichtige Infos über sich selbst. Ein solcher Post kann dadurch zu einer Nachrichten-Quelle für uns werden. Wir prüfen natürlich, ob das Profil und der Post echt sind. Profile mit einem blauen Haken wurden durch Facebook selbst auf ihre Echtheit überprüft. Facebook ist Teil des US-Unternehmens Meta Plattforms, dem unter anderem auch Instagram und WhatsApp angehören.

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