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Johannes Seiler
Johannes Seiler

Am Dienstag erschien die PISA-Studie 2022. Deutsche Schüler bekamen die bisher schlechtesten Ergebnisse – der Aufschrei war groß. Doch wie verlässlich sind die Zahlen?

Im internationalen Vergleich ist Deutschland auf dem 25. Platz der PISA-Studie. Diese untersuchte besonders die Fähigkeiten in Mathematik und dort haben die deutschen Schüler und Schülerinnen schlecht abgeschnitten: Im Vergleich zum Jahr 2018 verlor man ganze 25 Punkte – überdurchschnittlich viel. Die Ergebnisse der Studie waren wieder einmal Auslöser für viele Diskussionen über unser Bildungssystem. Doch wie verlässlich sind die Zahlen eigentlich?

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Dass es nicht immer einfach ist, die Wünsche aller Eltern einer Schulklasse zu berücksichtigen – nichts Neues. Die Whatsapp-Gruppe eines X-Users setzt aber neue Maßstäbe.

Wie verlässlich sind die Zahlen der PISA-Studie?

Der PISA-Studie werden einige Fehler vorgeworfen. Zum einen geht es um die korrekte Durchführung der Tests – es soll in einigen Ländern Unterschiede geben. Zum anderen wird offenbar manchen schlechteren Schülerinnen und Schülern empfohlen, sich am Testtag krank zu melden. Mancherorts sind 15-Jährige bereits gar nicht mehr im Schulsystem.

Besonders Vergleich mit anderen Nationen ist schwierig

Die Bildungssysteme der getesteten Länder weißen alle enorme Unterschiede auf und verfolgen teilweise auch andere Ziele. Die Testergebnisse miteinander zu vergleichen ist also schwierig. Das sagt auch Pädagoge und Historiker Rainer Bölling dem NDR in einem Interview:

Ein großes Problem ist zum Beispiel dieses Nationen-Ranking, das immer im Vordergrund steht. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.

Anja Braun aus der SWR-Wissenschaftsredaktion weiß mehr zum Thema:

Das Wort "Pisa" steht auf einer Tafel

Bildung PISA: Was bringt eine Mammut-Bildungsstudie heute noch?

Dauer

Morgen erscheint die neueste internationale PISA-Bildungsstudie. Diesmal geht es vor allem um die mathematische Kompetenz von Schüler*innen. Doch allein in Deutschland gibt es verschiedene nationale Bildungsstudien. Was nutzt uns da noch eine Mammutstudie wie PISA?

Der Grund für seine Kritik sind die Stichproben, mit denen die Ergebnisse erfasst werden. Diese seien in den Ländern ganz unterschiedlich. Deutschland hat eine Erfassungsquote von 99,3 Prozent, das heißt so gut wie alle Schüler werden repräsentiert. Andere Länder haben nur eine Quote von 90 oder sogar 80 Prozent.

Durch den Zustrom von Migranten ist in Schweden der Erfassungsgrad um acht Punkte auf 86 Prozent zurückgegangen - in Deutschland ist er gestiegen. Das Ergebnis: Schweden hat sich mit den Zahlen verbessert und Deutschland hat sich verschlechtert. Das ist aber ganz offensichtlich darauf zurückzuführen, dass man in Schweden gesagt hat: Wir haben viele Migranten, die nicht hinreichend die Test-Sprache können - also lassen wir sie raus. In Deutschland werden offenbar alle getestet, egal, ob sie dem gewachsen sind oder nicht.

Nachhilfe für unser Bildungssystem Die Schule brennt – der Bildungspodcast mit Bob Blume

Im Bildungssystem herrscht Reformstau. Es fehlen in absehbarer Zeit tausende Lehrkräfte bei gleichzeitig wachsender Bildungsungerechtigkeit. Klima, Krieg, KI und Antisemitismus fordern die Bildung massiv heraus. Um es kurz zu machen: Die Schule brennt.

Gibt es wichtigere Studien als PISA?

Analysen auf nationaler Ebene – wie der IQB-Bildungstrend, der alle fünf Jahre die Leistungen der Viertklässler erfasst – seien viel wichtiger, für die Entwicklung unserer Schulen, sagen Kritiker der PISA-Studie. Andere sind der Meinung, die Ergebnisse könnten genutzt werden, um Schwächen im eigenen Bildungssystem zu erkennen.

Nutzen der Studie hin oder her – für Diskussion sorgt sie allemal. Das SWR3 Topthema hat sich angeschaut, welche Lehren man aus den schlechten Ergebnissen der PISA-Studie ziehen kann:

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Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

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