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Isabel Gebhardt
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Cornelia Stenull
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Bei den Dreharbeiten zum Western „Rust“ im Jahr 2021 hatte sich aus der Waffe ein tödlicher Schuss gelöst. Jetzt wurde die Waffenmeisterin verurteilt. Auch Hollywoodstar Alec Baldwin soll bald vor Gericht kommen.

Hannah Gutierrez-Reed hat die mögliche Höchststrafe in diesem Fall bekommen. Die 26-jährige Waffenmeisterin wurde am Montag wegen fahrlässiger Tötung zu 18 Monaten Haft verurteilt. Sie war bei dem Dreh des Western „Rust“ für Waffen und Sicherheit zuständig.

Gutierrez-Reed hatte den Revolver geladen, der dann Baldwin gereicht wurde. Statt einer harmlosen Kugel befand sich allerdings scharfe Munition in der Waffe. Als sich ein Schuss löste, wurde die 42 Jahre alte Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzt.

SWR3-Korrespondentin Claudia Sarre hat den Prozess beobachtet und berichtet aus den USA:

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Nachrichten Tödlicher Schuss bei „Rust“-Dreharbeiten: War mit dieser Haftstrafe zu rechnen?

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Hollywoodstar Alex Baldwin hatte im Oktober 2021 bei den Dreharbeiten zum Western „Rust“ versehentlich eine Kamerafrau erschossen. Die Waffeneisterin hatte ihm eine geladene Waffe ausgehändigt. Nun muss die Waffenmeisterin für 18 Monate ins Gefängnis.

„Rust“-Waffenmeisterin verurteilt: Das sagte sie vor Gericht

Richterin Mary Marlowe Sommer sagte, die Waffenmeisterin habe keine Reue für ihr verantwortungsloses Handeln gezeigt. Gutierrez-Reed habe eine sichere Waffe zu einer tödlichen Waffe gemacht und somit den Tod von Hutchins verschuldet. 

Ohne Sie wäre Frau Hutchins noch am Leben, ein Ehemann hätte seine Partnerin und ein kleiner Junge hätte seine Mutter.

Die Waffenmeisterin, die während des Prozesses nicht ausgesagt hatte, ergriff am Montag erstmals das Wort. Ihr Herz schmerze für die Hutchins-Familie. Sie sei bei dem Dreh jung und naiv gewesen, habe ihre Arbeit als Waffenmeisterin aber ernst genommen, beteuerte  Gutierrez-Reed. Sie sagte auch, dass sie in Presseberichten als „völliges Monster“ dargestellt worden sei – obwohl das Gegenteil zutreffe. 

Gutierrez-Reed hat im Prozess jede Schuld von sich gewiesen. Sie versicherte nach Angaben ihres Anwalts, sie habe die Waffe nicht mit scharfer Munition geladen. Gutierrez-Reed macht den Lieferanten der Filmmunition verantwortlich und gibt auch Baldwin eine Mitschuld am Tod der Kamerafrau, weil er sich nicht an Sicherheitsvorschriften gehalten habe.

Tödlicher Schuss von Baldwin: Das ist passiert

Bei den Dreharbeiten von „Rust“ auf der Bonanza Creek Ranch in New Mexico hatte Schauspieler Alec Baldwin am 21. Oktober 2021 bei Proben mit einer Waffe hantierte Dabei hatte sich ein Schuss gelöste. Der Schuss tötete Kamerafrau Hutchins. Regisseur Joel Souza wurde an der Schulter verletzt.

Tödlicher Schuss beim Dreh von „Rust“: Ein Bild einer Kugel. Es wurde als Beweismittel im Prozess gegen Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed eingereicht.
Ein Bild der Kugel. Es wurde als Beweismittel im Prozess gegen die Waffenmeisterin eingereicht.

Prozess gegen Baldwin beginnt im Sommer

Baldwin beteuert, er habe nicht geahnt, dass eine scharfe Patrone in der Waffe steckte, die zudem versehentlich losgegangen sei. Trotzdem sitzt auch er auf der Anklagebank. Der Prozess gegen den 66 Jahre alten Hollywoodstar wegen fahrlässiger Tötung ist für Juli geplant.

Bereits im Januar 2023 war Anklage gegen den Schauspieler erhoben, aber wenige Monate später wieder fallen gelassen worden. Nach weiteren Ermittlungen wurde Baldwin zu Jahresbeginn dann neu belangt. Nach der Höchststrafe für die Waffenmeisterin steht auch für Baldwin viel auf dem Spiel. Der Schauspieler ist auch Koproduzent des Films.

Vorerst aus dem Schneider Todesschuss am Filmset: Doch kein Verfahren gegen Alec Baldwin

Im Oktober 2021 kam eine Kamerafrau bei einem Dreh durch einen Schuss ums Leben. Abgefeuert hatte Alec Baldwin. Deshalb wurde er angeklagt. Jetzt ist klar, wie es in dem Fall weitergeht.

LUNA SWR3

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