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Sebastian Lehmann
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Jessica Brandt
Jessica Brandt (Foto: SWR3, Niko Neithardt)

Machen es sich Kinderbuchautoren beim Reimen zu einfach? Sebastian Lehmann findet: Ja! Und hat direkt ein paar Vorschläge.

Lehmanns Leben: Kinderreime (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Monkey Business 2)

Lehmanns Leben | Comedy Kinderreime sind schon was Komisches!

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Machen es sich Kinderbuchautoren beim Reimen zu einfach? Sebastian Lehmann findet: Ja!

Für das Baby haben wir ein Buch mit Tierbildern gekauft. Leider stehen neben den schönen Bildern auch noch ein paar Sätze zu den Tieren. Ist den Leuten, die solche Bücher herstellen, nicht klar, dass nicht die Babys den Text lesen, sondern mündige, erwachsene Bürger? Ein Beispiel:

Kommen dann die Sterne raus, ruht sich der kleine Wolf aus,
fass ihn ruhig einmal an,
flauschig weich fühlt er sich an.

Ernsthaft? „Raus“ auf „aus“ zu reimen ist schon etwas faul. Aber „an“ auf „an“ - das ist Arbeitsverweigerung!

Meine Antwort:
Kommen solche Reime raus,
ruht sich der Kinderbuchautor aus.
Ruf ihn ruhig einmal an,
Und sag ihm, dass er nichts kann.

Mein Baby wirkt ob meines Gedichts unbeeindruckt und fährt lieber fort jede Seite des Buchs in kleine Stücke zu reißen. Dekonstruktion ist sein Ding.

Ich habe aber festgestellt, dass auch Kinderreim-Klassiker nicht immer durch große Reimkunst auffallen: „Ri Ra Rutsch. Wir fahren mit der Kutsch.

Okay, wir nehmen einfach irgendwelche Laute und reimen sie. Und altmodisch ist es auch, es geht nämlich so weiter: „Wir fahren mit der Schneckenpost, die uns keinen Kreuzer kost.“ Was ist denn bitte heute noch umsonst? Bestimmt nicht der öffentliche Nahverkehr, auch wenn er seit 1850 nicht wesentlich schneller geworden ist.

Ich würde das so aktualisieren: „Si Sa Siesel, wir fahren einen Diesel. Wir fahren mit dem SUV, das Klima retten wir so nie.

Auch nicht besser ist:
Eins, zwei, Polizei, drei, vier, Grenadier.

Inzwischen wurde das übrigens verändert, das wird die Political-Correctness-Verächter bestimmt aufregen. Man sagt jetzt: „Drei, vier, Offizier.

Aber warum bleibt man im Militärischen? Und die Polizei ist in manchen links-grün-versifften Haushalten vielleicht auch nicht kindertauglich. Also: „Eins, zwei, Herrschaftsfrei, drei, vier, Rothaus-Bier.“ Da ist für jeden was dabei. Allerdings geht es fragwürdig weiter: „Fünf, sechs, alte Hex.“ Das ist doch diskriminierend! Aber „Fünf, sechs, ältere Frau mit Besen“ reimt sich sogar für einen Kinderbuchautor zu schlecht.

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