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Professor Boerne hat es im Münster-Tatort richtig schlimm erwischt: Durch einen Unfall landet er im Limbus, der Vorhölle. Da sitzt er erst mal fest und fragt sich, ob sein bevorstehender Tod nicht doch ein Mord gewesen sein könnte?

Es ist mal wieder Nacht im Tatort, Professor Boerne fährt in einen kleinen Urlaub. Endlich mal Abwechslung vom Team, ein bisschen Ruhe. Doch das geht schief, ein Autounfall verletzt ihn schwer und sein Körper landet auf der Intensivstation. Aber nicht nur das: Sein Geist sitzt plötzlich fest, im Limbus.

Der Limbus, die Vorhölle des engagierten Katholiken

Moment, das ist gar nicht lustig, denn in der Vorhölle stecken zu bleiben, hat ein paar Nachteile: Boerne kann im echten Leben noch rumlaufen, aber keiner kann ihn sehen oder hören – wie das eben so ist, bei typischen Halbtoten. Seine ehemaligen Angestellten packen über ihn aus: Ein egoistischer Typ, der alle wegdrücke mit seinem Narzismus, ein Ekel, mit dem keiner was zu tun haben wolle – aber sonst ganz okay.

Szenenbild Tatort „Limbus“ (Foto: ard-foto s2-intern/extern, WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke)
Professor Karl-Friedrich Boerne und sein Vertreter Dr. Jens Jacoby ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Professor Karl-Friedrich Boerne hat etwas anzukündigen: Mit Kommissar Frank Thiel, Staatsanwältin Wilhelmine Klemm und Silke Haller hat er sich in einem Restaurant verabredet. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Verabschiedung: Silke Haller, Staatsanwältin Wilhelmine Klemm und Frank Thiel verlassen das Restaurant und verabschieden Professor Karl-Friedrich Boerne. Seiner Urlaubsvertretung soll Silke Haller die Wohnungsschlüssel von Professor Boerne übergeben. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Unfall: Professor Karl-Friedrich Boerne erleidet einen schweren Autounfall. Kommissar Frank Thiel ist mit den Rettungskräften am Unfallort und ist schockiert, als er den verletzten Professor sieht. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Kaum zu glauben: Prof. Karl-Friedrich Boerne völlig unversehrt an der Unfallstelle. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Kommissar Frank Thiel steht fassungslos an der Unfallstelle. Professor Karl-Friedrich Boerne kann gar nicht glauben, dass der Kommissar nicht auf ihn reagiert. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Im Krankenhaus: Frau Dr. Gärtner geleitet Silke Haller und Dr. Jens Jacoby auf die Intensivstation zu Professor Boerne. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Silke Haller bei Prof. Karl-Friedrich Boerne auf der Intensivstation. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Dr. Gärtner behandelt Professor Boerne auf der Intensivstation. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Kommissar Frank Thiel in Boernes Wohnung. Der Professor liegt schwer verletzt auf der Intensivstation. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Professor Karl-Friedrich Boerne findet sich im Limbus wieder. Der Herr, der hier das Sagen hat, sieht Kommissar Frank Thiel zum Verwechseln ähnlich. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Professor Karl-Friedrich Boerne spielt Schnick, Schnack, Schnuck mit dem Mann, der Kommissar Thiel so ähnlich sieht. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
In der Rechtsmedizin: Professor Karl-Friedrich Boerne versucht, zu Silke Haller durchzudringen. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Professor Karl-Friedrich Boerne will raus aus der Welt, in die es ihn verschlagen hat. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Dort, wo Professor Karl-Friedrich Boerne gerade ist, scheint es für alles ein Formular zu geben. Professor Boerne ist verwirrt und erschöpft – Nadeshda Krusenstern wacht über ihn. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Niemand öffnet die Tür: Mit einer „Räuberleiter“ will Kommissar Thiel in die Wohnung des Arztes Martin Lauer schauen. Eine tragende Rolle für Mirko Schrader. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm besucht einen Tatort – Thiels Assistent Mirko Schrader spricht mit den Kollegen und Kolleginnen von der KTU. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen
Silke Haller und Dr. Jens Jacoby untersuchen, wie Markus Lauer ums Leben kam. ard-foto s2-intern/extern WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke Bild in Detailansicht öffnen

Karl-Friedrich Boerne tot?

Professor Boerne ist geschockt von so viel tief empfundener Wahrheit und taumelt weiter als Untoter durch die Straßen von Münster. Manchmal wird er durch seinen Vorhöllen-Sachbearbeiter in den Limbus zurückgeholt und muss wieder stiften gehen. Putzig das mit anzusehen, denn Boerne muss schließlich noch seinen bevorstehenden Mord aufklären.

Lange braucht er nicht, dann hat er langsam eine Spur, wer ihn da mutwillig in sein eigenes – dann also sein ehemaliges – Leichenschauhaus befördern will. Und jeder Tatort-Gucker weiß das, was Boerne auch weiß: Ohne Leiche und Mörder geht es nicht. Ernster war es nie um Boerne.

Nadeshda Krusenstern: Letzter Auftritt im Tatort Münster

Das alles sind wirklich ganz besondere 90 Minuten. Klar, wir sind es gewohnt, dass der Münsteraner Tatort ein bisschen durchdreht, und dieses Mal wird noch mal eins drauf gesetzt, und noch eins und noch eins. Die größte Überraschung ist Nadeshda, die vor Kurzem ebenfalls starb und jetzt mit ihm zusammen im Limbus wartet, dass ihr Fall vom Höllensacharbeiter gelöst wird. Merkwürdig bleibt, warum sie nach ihrem Tod gen Hölle statt gen Himmel gefahren ist, vermutlich falsch abgebogen.

Tatort Münster gewinnt deutlich gegen Netflix

Ich geb’s zu, es klingt alles kitschig. Ist es aber nicht. Die Geschichte hat Überraschungen und Witz, und ist oft auch sehr bemerkenswert inszeniert und gedreht. Schon allein die Vorstellung vom Tatort, wie der Weg in die Hölle wohl aussehen könnte, ist das Einschalten wert. Der Tatort bleibt trotzdem Krimi, ist aber wieder Mal außergewöhnlich und kann mit jeder Streamingplattform mithalten. Nimm das, Netflix!

Besonders Fans des Tatort Münster wird es Spaß machen, diese Umdrehung mehr. Alle anderen werden von mir dazu verdonnert, ihn trotzdem zu gucken, sonst kommt jeder Einzelne umgehend in den Limbus. Bitte mehr von solchen Innovationen – 5 von 5 Elchen.

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