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Louis Leßmann
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Isabel Gebhardt
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Die Polizei hat in einem Wohnhaus im rheinland-pfälzischen Montabaur drei Leichen entdeckt – und einen schwer verletzten Mann, der der Täter sein soll. Inzwischen ist er tot.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz teilte mit, dass dem Mann zur Last gelegt werde, am frühen Donnerstagmorgen seinen 68-jährigen Vater, dessen 39-jährige Ehefrau sowie deren gemeinsamen dreijährigen Sohn getötet zu haben.

Hintergrund der Tat dürften nach bisherigem Kenntnisstand familiäre Streitigkeiten gewesen sein. Täter und Opfer wohnten im selben Anwesen.

Polizeieinsatz in Montabaur: Das ist passiert

Kurz nach der Tat soll der Beschuldigte seiner Lebensgefährtin gesagt haben, dass er drei Menschen umgebracht habe. Diese alarmierte daraufhin die Polizei. Das Gebiet in Montabaur wurde großräumig abgesperrt. Das Areal sei evakuiert worden, um mögliche Gefahren für Anwohner und Mitarbeiter umliegender Firmen auszuschließen.

Die Polizei nahm Verhandlungen mit dem Mann auf, der sich am Tatort verschanzte. Man habe nicht ausschließen können, dass er bewaffnet sei. Am Nachmittag dann der Zugriff: Nach Betreten des Wohnhauses fanden die Beamten die drei Toten. Laut der Deutschen Presse-Agentur gehen die Ermittler davon aus, dass die Opfer erschossen wurden.

#MON2501 Der Einsatz in #Montabaur ist größtenteils beendet. Durch eine Spezialeinheit wurden beim Betreten des Hauses leider 3 Tote vorgefunden. Der mutmaßliche Täter verletzte sich selbst schwer. Es ist von einem Familiendrama auszugehen. Die Ermittlungen dauern an.

Montabaur: Mutmaßlicher Täter offiziell für tot erklärt

Auch der mutmaßliche Täter wurde angetroffen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schoss sich der Beschuldigte gegen Mittag „in mutmaßlich suizidaler Absicht“ in den Kopf und wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht. Am Freitag wurde er offiziell für tot erklärt, nachdem am Donnerstag bereits der Hirntod festgestellt wurde.

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Ermittlungen laufen: Ablauf und Tatmotiv stehen im Vordergrund

Trotzdem führt die Staatsanwaltschaft Koblenz nach eigenen Angaben ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann. Es geht um den dringenden Verdachts des Totschlags. Nach Angaben des leitenden Oberstaatsanwalts Mario Mannweiler laufen die Ermittlungen „zum genauen Ablauf des schrecklichen Geschehens, zum möglichen Tatmotiv und zu den genauen Hintergründen“ zurzeit auf Hochtouren. Es wurden Spuren am Tatort gesichert, um den Tatablauf möglichst genau rekonstruieren zu können. Anhaltspunkte dafür, dass weitere Personen an der Tat beteiligt gewesen seien, gebe es zurzeit nicht, teilte Mannweiler schriftlich mit.

Sicher sei nun, dass der mutmaßliche Täter Schusswaffen bei der Tat benutzt hat, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Wie er an diese gekommen ist, muss nun geklärt werden. Die Ermittlungen werden noch einige Zeit dauern, mit ersten Ergebnissen sei im Laufe der kommenden Woche zu rechnen.

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