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Franziska Thees
Franziska Thees (Foto: SWR3)

Zwischen ihren Beinen ist ein Blutfleck, doch sie retuschiert nichts: Weil sie ein Vorbild sein will postet sie das unbearbeitete Foto nach einem Wettkampf. Warum ihre Periode lange ausblieb und sie deshalb sehr stolz auf sie ist, erzählt sie in einem Interview.

Die Verbindung von Blut, Periode und Leistungssport ist ein Tabu. Ende Mai lief die britische Triathletin Emma Pallant-Browne einen 100-Kilometer-Triathlon in hellem Badeanzug. Sie schwamm zwei Kilometer, fuhr 80 Kilometer Rad, und lief 18 Kilometer. Während des Laufs bekam sie ihre Regel. Auf einem Bild ist zu sehen, wie sich zwischen ihren Beinen ein Blutfleck abzeichnet. Sie postete es und sagt auch jetzt noch:

„Ich hatte einfach das Gefühl, dass es heutzutage nicht gesund wäre, sich für die Periode zu schämen.“

Stolz auf Blutfleck: „Es hat lange gedauert, bis ich meine Periode bekam“

Pallant-Browne erzählt in einem Interview mit dem The Independent, warum sie stolz auf dieses Foto ist und vor allem auch, auf ihre Periode: Sie berichtet, dass sie als junges Mädchen viel trainierte und sich super gesund ernährte. Ihre Regel blieb während des harten Trainings aus. Wegen einer Verletzung wechselte sie zum Triathlon:

Ich nahm wieder etwas zu und das war der Auslöser dafür, dass meine Periode wieder einsetzte. Rückblickend hatte ich definitiv Essprobleme. Ich habe nicht genug gegessen und war zu streng mit mir selbst, und ich weiß, dass das sehr ungesund war. Das ist etwas, worüber ich mit jungen Mädchen spreche. Ich denke, es ist ein superwichtiges Thema im weiblichen Ausdauerlauf, über das nicht genug gesprochen wird.

Periode als Tabu: „Die sozialen Medien verherrlichen Dinge“

Pallant-Browne hat das Gefühl, erklärt sie im Interview, dass es „für die nächste Generation wirklich gefährlich ist, Dinge in den sozialen Medien zu stark zu verherrlichen.“ Das Foto ist nunmal die Realität, und das wollte sie zeigen, vor allem jungen Frauen.

Ich hatte einfach das Gefühl, dass es heutzutage nicht gesund wäre, sich für die Periode zu schämen. Das ist kein Gefühl, das wir einfach akzeptieren sollten. Wenn 99 Prozent der Frauen, die Sie kennen, bei diesem Foto beschämt wären, dann sollten Sie dafür sorgen, dass sich diese Frauen wohler fühlen.

Die Sportlerin sagt weiter: „Ich denke, wenn Sie Sport treiben und Ihre Periode haben, feiern Sie sie. Es ist eine großartige Sache, die super gesund ist und auf die man wirklich stolz sein sollte. Wenn Sie ein wenig Regelblut sehen, wie wir es im Sport oft sehen, müssen Sie sich nicht schämen. Und wenn jemand versucht, Sie zu beschämen, dann liegt die Schande ganz bei ihm.“

Wie entstand das Foto mit Blutfleck?

Über den Triathlon, auf dem das Foto entstand, erklärt sie: „Aufgrund der vielen Fernsehübertragungen musste man schon viel früher in den Neoprenanzug schlüpfen. Man konnte nicht in letzter Minute auf die Toilette gehen und einen frischen Tampon einführen. Das war an einem Tag, an dem meine Periode extrem stark war und ich wusste, dass mein Tampon am Ende des Rennens nicht mehr halten würde.“

Für ihren Mut wird sie in den sozialen Medien gefeiert. Sie berichtet, dass sich viele bei ihr melden und ein Austausch über das Thema Menstruation stattfindet. Sie sei beeindruckt von der Menge an Nachrichten, die sie von Männern und von Frauen erhalten habe. Und: Sie werde es noch einmal mit Menstruationstassen versuchen – offenbar ein Tipp ihrer Fans.

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