In Deutschland gibt es zurzeit viele Demos. Die Menschen wollen die Demokratie verteidigen und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Auch am Wochenende gab es in BW und RLP wieder Kundgebungen.

Seit das Medienhaus Correctiv über ein Geheimtreffen von Rechtsextremen mit Politikern von AfD und CDU und Geldgebern berichtet hat, gehen in ganz Deutschland Menschen auf die Straße.

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: So viele Menschen haben am Wochenende demonstriert

Am Wochenende beteiligten sich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Tausende an den Demos gegen Rechtsextremismus. Am Sonntag (28. Januar) war in Trier die größte Demo in Rheinland-Pfalz mit etwa 10.000 Teilnehmern. In Bad Neuenahr-Ahrweiler kamen statt der erwarteten 200 rund 4.500 Menschen, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.

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Am Samstag (27. Januar) gab es unter anderem Kundgebungen in Kaiserslautern, Worms, Lörrach und Ravensburg. Die größte Protestveranstaltung fand in Mannheim statt. Hier kamen laut Polizei 15.000 bis 20.000 Menschen zusammen. Außerdem gab es einen Protestzug durch die Stadt mit rund 5.000 Teilnehmenden.

Auch in anderen Städten und Bundesländern fanden Demos statt. Allein in Düsseldorf waren laut Polizei am Samstag etwa 100.000 Menschen auf die Straße gegangen. In Hamburg waren es am Sonntag nach Polizeiangaben rund 60.000 Menschen.

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Tausende Menschen gehen für die Demokratie auf die Straße

Schon am letzten Wochenende gab es viele Demos gegen Rechtsextremismus. Nach Angaben des Sprechers des Bundesinnenministeriums, Maximilian Kall, waren mehr als 900.000 Menschen bei den Kundgebungen in ganz Deutschland dabei. Geht man nach den Zahlen, die die Veranstalter angeben, haben am Wochenende vom 19. bis 21. Januar mehr als eine Million Menschen demonstriert.

Warum gibt es unterschiedliche Angaben bei den Teilnehmerzahlen? Damit befasst sich dieser Post der ARD:

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Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

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Dauer

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München und Hamburg: Demos wegen zu hohen Andrangs abgebrochen

In München hat der Veranstalter die Demo am Sonntag (21. Januar) abgebrochen, weil zu viele Menschen teilnehmen wollten. Demnach kamen dort bis zu 100.000 Leute zusammen – die Veranstalter sprachen sogar von bis zu 250.000 Demonstrierenden. Die Polizei hatte mit rund 25.000 Teilnehmern gerechnet. Die Behörden könnten nicht mehr für die Sicherheit der Teilnehmer sorgen, hieß es von der Polizei. In der Woche davor war bereits eine Demo gegen Rechtsextremismus in Hamburg wegen Überfüllung abgebrochen worden.

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Freiburg-Trainer Streich: „Wer jetzt nicht aufsteht, der hat nichts verstanden“

Als Trainer vom SC Freiburg hat Christian Streich schon häufig mit politischen Statements auf sich aufmerksam gemacht. Am 18. Januar wurde Streich bei einer Pressekonferenz gefragt, wie er die Rolle des Fußballs und der Fans beim Protest gegen Rechtsextremismus sehe. Seine Antwort war eindeutig:

Aufstehen, unmissverständlich, ganz klare Kante. Nichts anderes.

Streich rief alle Menschen in Deutschland auf, sich ganz klar zu positionieren. „Wer jetzt nicht aufsteht, der hat nichts verstanden“, so Streich weiter. Es sei bereits „fünf Minuten vor zwölf.

Auch Sänger Udo Lindenberg bezieht klar Stellung:

Von Scholz bis Dreyer: Politiker unterstützen die Demos

RLP-Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte bei einer Kundgebung in Mainz: „Rechtsextremisten bedrohen unsere Demokratie.“ Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat die Demos begrüßt. Sie rief im Interview mit den Funke-Zeitungen dazu auf, die Demokratie aktiv zu verteidigen. Auch CDU-Chef Friedrich Merz hat sich zu den Protesten geäußert. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: Die „schweigende“ Mehrheit erhebt ihre Stimme und zeigt, dass sie in einem Land leben möchte, das weltoffen und frei ist.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich auf der Plattform X bei den Demonstranten bedankt. „Das macht Mut und zeigt: Wir Demokratinnen und Demokraten sind viele – viel mehr als diejenigen, die spalten wollen“, so Scholz. Außerdem veröffentlichte er ein Video-Statement. In „Kanzler kompakt“ sagte er:

Rechtsextremisten greifen unsere Demokratie an. Wir alle sind gefordert, deutlich Stellung zu beziehen: für unser demokratisches Deutschland. Und für unsere mehr als 20 Millionen Freunde, Arbeitskolleginnen und Nachbarn, die eine Migrationsgeschichte haben. #Kanzlerkompakt pic.twitter.com/Cs1Dj69TwM

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