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Jessica Schnellbach
Jessica Schnellbach (Foto: SWR3)

Wie stehen die Chancen auf Schnee zum Fest 2023? Und was ist eigentlich dran an „weiße Weihnachten gab es früher öfter als heute“? Hier gibts die Prognose und den Faktencheck.

Wetter an Weihnachten: Das sind die Prognosen für weiße Weihnachten 2023 in BW und RLP

Wir haben mal bei unserer SWR3-Wetterfrau Lea Spindler nachgefragt. Sie erzählt uns, dass es statt weißen, wohl eher windige und regnerische Weihnachten geben wird dieses Jahr.

Der Wind nimmt jetzt noch mal richtig Fahrt auf – wir haben verbreitet Böen von so 60/70 Kilometer pro Stunde. Der Schwerpunkt ist schwer zu ermitteln, vor allem im Schwarzwald sind dann eben auch Orkanböen, also bis gut 120 km/h dabei sein. Das geht bis Samstag noch so weiter. Der Wind kann immer mal etwas abflachen, aber nimmt dann auch schnell wieder Fahrt auf.

Grund dafür ist Tief Zoltan. Der schüttelt uns kräftig durch. Mehr zum aktuellen Wetter an Weihnachten gibt es hier. 👇

Weihnachtssturm über Deutschland Hochwasser in Teilen Deutschlands: Ort in Thüringen evakuiert

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist es am Samstag ruhiger gewesen. Dafür ging es im Norden noch mal richtig rund.

LUNA SWR3

Weiße Weihnachten: Wann gab es das zum letzten Mal in Deutschland? 

Erinnert ihr euch noch an 2010? In dem Jahr feierten wir in ganz Deutschland das letzte Mal weiße Weihnachten. Doch ab wann gilt Weihnachten als weiß? Dafür hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) klare Voraussetzungen:

  • Es muss nicht nur an Heiligabend Schnee liegen,
  • sondern auch an beiden Weihnachtsfeiertagen, also an drei Tagen am Stück.
  • Wenn vom 24. – 26. Dezember jeweils um 7 Uhr mindestens ein Zentimeter Schnee liegt, dann sprechen wir von weißen Weihnachten.

In Stuttgart-Echterdingen lag beispielsweise 2010 für die Region ungewöhnlich viel Schnee an Weihnachten:

  • Am 24. waren es zwei Zentimeter, am ersten Weihnachtsfeiertag 14 Zentimeter
  • und am 26. Dezember 2010 sogar 16 Zentimeter!
  • Diese Schneedecke konnte bisher nur das Jahr 1986 übertreffen.
  • Dort lag im Raum Stuttgart an Heiligabend 20 Zentimeter Schnee.

2010 liegt schon ein paar Jahre zurück. Stellt sich die Frage: Bedeutet das, dass früher wirklich öfter Schnee an Weihnachten lag als heute?

Gab es früher öfter Schnee an Weihnachten? Faktencheck!

Früher war alles besser, heißt es ja immer wieder – auch die Chancen auf Schnee an Weihnachten? Wir machen es kurz: Nein. Ein Blick auf die Wetterdaten zeigt, dass es in den letzten rund 100 Jahren sechs Mal weiße Weihnachten in ganz Deutschland gab:

  • 1906
  • 1917
  • 1962
  • 1969
  • 1981
  • 2010

Zwar fällt bei den Zahlen auf, dass es in den 60er-Jahren vermehrt zu Schnee an Weihnachten kam, allerdings reichen die Daten nicht aus, um einen Trend daraus abzulesen. Aber wieso hören wir so oft Menschen sagen, dass sie früher öfter an Weihnachten Schnee vor der Haustür hatten? Die Antwort liegt in der Psychologie.

Weiße Weihnachten: Woher kommt der Mythos? 

Eine weiße Schneedecke an Heiligabend löst bei vielen Menschen ganz besondere Emotionen aus. Es liegt ein frischer Duft und eine angenehme Stille in der Luft. Ein Gefühl, dass einfach zum besinnlichen Fest Weihnachten passt. Und genau dieses Highlight bleibt in unseren Köpfen besonders hängen. Deshalb, so die Begründung einiger Experten, bleiben diese Feste länger in Erinnerung.

Über weitere Gründe für den Mythos weiße Weihnachten sprechen unsere Kollegen von SWR Aktuell. Hört hier gleich mal rein:

Schneebedeckte Bäume ragen links und rechts eines idyllisch gelegenen Waldweges (Foto: IMAGO, imago images/Cavan Images)

Kultur Darum glauben wir an den Mythos weiße Weihnachten

Dauer

Weiße Weihnachten sind ein Mythos. In Deutschland gibt es das fast nie, und trotzdem hoffen wir Jahr für Jahr auf Schnee an den Feiertagen. Doch warum glauben wir so gerne daran?

Okay, auch wenn wir früher nicht öfter bei Schnee das Fest der Liebe gefeiert haben, wir mussten jetzt schon mehr als 10 Jahre ohne ein deutschlandweites weißes Weihnachten auskommen. Hat das bald ein Ende?!

Weiße Weihnachten: Schneekugel mit Weihnachtsbaum und Eiskristallen liegt auf Schnee. (Foto: IMAGO, IMAGO / Alexander Limbach)
So wünschen wir uns Weinachten 2023: Überall Schnee, alles weiß. Ob wir das kriegen oder nicht, lässt sich jetzt noch nicht zuverlässig sagen.

Was wir auf jeden Fall sagen können: Die Chancen für weiße Weihnachten fallen je nach Regionen unterschiedlich gut oder schlecht aus. Es hängt also stark davon ab, für welche Region eine Prognose abgegeben werden soll.

Im Flachland liegt die Wahrscheinlichkeit für Schnee an Weihnachten zwischen 10 und 20 Prozent:

  • Stuttgart zählt beispielsweise dazu, dort liegt die Wahrscheinlichkeit laut DWD bei 17 Prozent,
  • in Worms bei geringen 11 Prozent.

Fakt ist: Je höher wir steigen, desto größer wird auch die Wahrscheinlichkeit für Schnee an Weihnachten.

  • Starke 82 Prozent sprechen für Schnee an Weihnachten auf dem Feldberg.
  • Schauen wir uns Orte unter 1.000 Meter an, beispielsweise Eisenbach, dann schrumpft die Wahrscheinlichkeit auf 59 Prozent.
  • So auch an der DWD-Wetterstation „Schneifelforsthaus“ (Eifel), hier liegt die Schnee-Wahrscheinlichkeit für Weihnachten bei etwa 57 Prozent.
Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Deutschland – ob es 2023 Schnee geben wird zu Heiligabend, geht aus der Karte nicht hervor. (Foto: Deutscher Wetterdienst (DWD))
Wahrscheinlichkeiten in Deutschland für Schnee an Weihnachten. Für den DWD gilt in Deutschland weiße Weihnachten, wenn an allen drei Weihnachtstagen um 7 Uhr mindestens ein Zentimeter Schnee liegt.

So viel zu den Wahrscheinlichkeiten, die für den Schnee sprechen. Jetzt kommt allerdings ein Wetterphänomen, das mit einer fast noch höheren Wahrscheinlichkeit dafür sorgt, dass wir auf Schnee an Weihnachten verzichten müssen ...

Weihnachtstauwetter: Wenn es pünktlich zu Weihnachten in den Schnee regnet ...

Viele haben schon mal vom Weihnachtstauwetter gehört. Genau das sorgt kurz vor den Feiertagen dafür, dass aus einer schönen Schneedecke ein brauner Matschhaufen wird. Grund dafür ist milde atlantische Luft, die von Westen heranströmt und auch immer wieder Regen mit sich bringt. Zwar kämpft sich im Dezember immer wieder ein Kaltluftvorstoß durch, wie unten in der Grafik zu sehen ist. Dieser kann auch wieder Schnee bringen, allerdings lässt das Weihnachtstauwetter dann meist nicht mehr lange auf sich warten.

Weihnachtstauwetter im Dezember in Deutschland – das Phänomen senkt die Wahrscheinlichkeit für Schnee um die Feiertage und weiße Weihnachten. (Foto: Deutscher Wetterdienst (DWD))
Weihnachtstauwetter entsteht durch milde atlantische Luft, die zu uns rüberzieht und oft auch Regen mit sich bringt. Das sorgt im Dezember oft dafür, dass wir auf weiße Weihnachten verzichten müssen.

Das Weihnachtstauwetter gehört mit zu den Witterungsregelfällen. Heißt, auch wenn wir jetzt noch nicht auf den Tag genau vorhersagen können, wann die atlantische Luft bei uns ankommt, wissen wir mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent, dass sie kommen wird.

Weiße Weihnachten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

In Baden-Württemberg haben wir höheres Bergland als in Rheinland-Pfalz. Allein der Bodensee liegt schon auf knapp 400 Metern Höhe. In Rheinland-Pfalz haben wir die Eifel und den Westerwald mit über 600 Metern Höhe und den Erbeskopf mit gut 800 Metern Höhe. Insgesamt hat Baden-Württemberg aber mehr Bergland.

Wo in Deutschland schneit es am häufigsten rund um Weihnachten? 

Es gibt einen Ort in Deutschland, der uns noch nie an Weihnachten enttäuscht hat. Auf knapp 3.000 Metern können wir uns voll auf die Zugspitze verlassen, dort gab es bisher immer Schnee an Weihnachten.

Aber auch der Feldberg lässt jedes Jahr Raum für Hoffnung. Zwischen 1941 und 2022 lag in 66 von 81 Jahren über Weihnachten dort Schnee. Das ergibt eine stolze Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent für weiße Weihnachten am Feldberg.

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Klimawandel: Müssen wir deshalb auf weiße Weihnachten verzichten?

Wir wissen jetzt, dass es auch früher mehr grüne als weiße Weihnachten gab. Und auch schon in den 70er-Jahren gab es an Weihnachten Temperatur-Rekorde. Beispielsweise Heiligabend 1977: Da wurden an der Station Schneifelforsthaus 10,6 Grad Celsius gemessen. Da drängt sich die Frage auf: Hat der Klimawandel wirklich etwas mit dem fehlenden Schnee an Weihnachten zu tun? Ja, bestätigt Carola Grundmann vom DWD:

Einzelne Rekorde, die es auch schon früher gab (z.B. 1977), sind kein Nachweis für den Klimawandel. Es kann in Einzelfällen immer wieder zu positiven oder auch negativen Rekorden kommen. Entscheidender ist die Betrachtung langer Zeitreihen sowie des gesamten Temperaturverlaufes eines Tages, um Trends zu erkennen.

Die unten stehenden Diagramme für den Feldberg und für Worms zeigen, wie sich die Durchschnittstemperatur an Heiligabend in den letzten Jahren verändert hat:

Tagesmittel der Lufttemperatur (°C), Feldberg für den 24.12. ab 1945 bis 2022 (Foto: Deutscher Wetterdienst)
Für den Feldberg ist eindeutig ein Trend zu höheren Temperaturen an Heiligabend zu erkennen. Bild in Detailansicht öffnen
Tagesmittel der Lufttemperatur (°C), Worms für den 24.12. ab 1951 bis 2022 (Foto: Deutscher Wetterdienst)
Genauso zeigt sich dieser Trend auch für Worms. Da die Stationen auf unterschiedlichen Höhenlagen liegen, können wir sagen, dass auch Weihnachten vom Klimawandel betroffen ist. Bild in Detailansicht öffnen

Fazit im Faktencheck: Gab es früher wirklich häufiger weiße Weihnachten?

  • Nein. In den 60er-Jahren gab es zwar vermehrt Schnee an Weihnachten. Einen Trend kann man daraus allerdings nicht ablesen.
  • Seit 1880 gilt die Zugspitze als schneesicher für den 24.12.
  • Auch in SWR3Land gibt es Orte, die eine hohe Wahrscheinlichkeit für Schnee an Weihnachten haben, beispielsweise liegt beim Feldberg die Wahrscheinlichkeit bei 82 Prozent.
  • Laut DWD ist in Zeiten des Klimawandels davon auszugehen, dass die Wahrscheinlichkeit auf Schnee an Weihnachten weiter sinken wird.

Aktuelles Winter-Wetter in SWR3Land checken

Seit Ende November jedenfalls ist der Winter 2023 auch bei uns in SWR3Land schon mal angekommen. Wie lange auch immer er bleibt und ob wir ihn an Heiligabend noch haben – erst einmal hat der erste Schnee auch für Chaos und Unfälle gesorgt:

Insbesondere auch am ersten Adventswochenende macht der Schnee einigen Regionen zu schaffen. Teilweise gibt es Verkehrsprobleme. Über die aktuelle Entwicklung informieren wir euch auch immer in den SWR3-News:

Weihnachtsstimmung auf Knopfdruck!

Euch fehlt noch ein letzter Schubs, damit die Weihnachtsstimmung so richtig aufkommt? Dann hört gleich in unseren SWR3-Christmas-Channel 2023 rein. Hier bekommt ihr die besten Christmas-Hits aller Zeiten, fünf ganz neue Songs und die ultimative Playlist. Völlig unabhängig vom Wetter hoffen wir, dass ihr so gut in die Vorweihnachtszeit startet 👇

🎧 Hier anhören! SWR3-Christmas-Special: Hits für euer Weihnachten 2023 🎄💖🎅🏽

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Klassiker an Weihnachten auch im Fernsehen

Und auch im Fernsehen gibt es natürlich wieder die absoluten Klassiker, mit denen die Weihnachtsstimmung hoffentlich nicht erst zu Heiligabend bei euch aufkommt:

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir dir, woher wir unsere Infos haben!

Wenn Personen, Vereine oder Unternehmen Neuigkeiten direkt kommunizieren, dann ist das eine Quelle für uns. Das können zum Beispiel exklusive Interviews oder Pressemitteilungen sein. In der Regel kennzeichnen wir bereits im Text, auf welche Quelle wir uns konkret beziehen – vor allem dann, wenn es keine zweite unabhängige Bestätigung zu der Neuigkeit gibt.

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