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Leo Eder
Leo Eder

Wer alleine im Auto durch Frankreich fährt, sollte die weiße Raute auf blauem Grund besser nicht ignorieren. Was es damit auf sich hat, liest du hier!

HSV? Renault? Nein, das neue Schild an französischen Schnellstraßen weist weder auf Hamburger Fußballfans noch auf den Autobauer hin. Sondern auf eine Umweltspur!

Weiße Raute auf blauem Grund – neues Verkehrsschild

Wer in den letzten Jahren in Lyon oder Grenoble mit dem Auto unterwegs war, hat es möglicherweise schon gesehen: ein Verkehrsschild mit einer weißen Raute auf blauem Grund. Das Zeichen soll auf eine Umweltspur hinweisen. Die wird gerade in sechs französischen Städten getestet: neben Grenoble und Lyon auch in Straßburg, Lille, Rennes und Nantes.

Im Berufsverkehr ist auf den dortigen Schnellstraßen und Stadtautobahnen die linke Spur reserviert für Autos mit mindestens zwei Insassen, E-Autos mit grüner Umweltplakette, Taxen und Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs. Dabei geht es um einige Kilometer lange Abschnitte. In Straßburg gelten die reservierten Spuren beispielsweise montags bis freitags von 6 bis 10 Uhr und von 16 bis 19 Uhr.

Radarkontrolle und Bußgelder

Wer sich nicht an die Regel hält und das Verkehrsschild missachtet, muss mit einem Bußgeld von 135 Euro rechnen. Auf der Straßburger Stadtautobahn gehen Anfang November zwei Radaranlagen in Betrieb, um die Regelung zu kontrollieren. Sie können erfassen, ob eine oder mehrere Personen im Auto sitzen. Auch in den anderen Teststädten werden bald entsprechende Radargeräte installiert.

Offensichtlich sind die nötig, denn die Regelung wird laut dem französischen Umweltministerium so häufig missachtet, dass der erhoffte Erfolg der Umweltspur – nämlich als Fahrgemeinschaft im Berufsverkehr schneller voranzukommen – gefährdet sei. Bisher kontrolliert die Polizei nur sporadisch.

Die neue Radaranlage werde erst einen Monat lang getestet, bevor Bußgeldbescheide verschickt würden, sagte die Vizepräsidentin der Europametropole Straßburg (EMS), Béatrice Bulou, der Zeitung Les Dernières Nouvelles d'Alsace.

Wieso gibt es die Umweltspur in Frankreich?

Das Umweltministerium erhofft sich durch die separate Spur, dass sich mehr Fahrgemeinschaften bilden, somit weniger Autos bewegt werden und damit auch der Schadstoffausstoß sinkt. Die gesonderte Spur locke mit weniger Staus und flotterem Vorankommen. Da auch Busse die Umweltspur nutzen können, soll so auch der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel angekurbelt werden.

Aktuell würden 37,5 Prozent aller Wege in Straßburg per Auto zurückgelegt, sagt die Sprecherin der Stadt, Laura Martin. Dabei sei ein Auto durchschnittlich mit 1,4 Menschen besetzt. Um Pendler zum Bilden von Fahrgemeinschaften zu motivieren, werde im Herbst eine Plattform eingerichtet, auf der sich Beschäftigte der dortigen Industriegebiete vernetzen könnten.

Auch Düsseldorf hatte mal Umweltspuren

Neben Frankreich gibt es auch in anderen Ländern teilweise für Fahrgemeinschaften reservierte Spuren, zum Beispiel in den Niederlanden, Großbritannien, Israel oder den USA. In Deutschland gab es einen Testlauf von Umweltspuren in Düsseldorf, auf denen nur nur Busse, Taxis, Fahrräder und Elektroautos sowie Fahrgemeinschaften fahren durften. Der Versuch wurde allerdings Anfang 2021 beendet – denn es kam zu langen Staus, vor allem an den Ausfahrten zur A46.

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