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Kira Urschinger
Kira Urschinger

Kennt ihr die Vergangenheitsform von winken, niesen, backen oder hauen? Rätselt hier mit uns im Quiz über besondere Formen im Präteritum!

Ich leste ein Buch“ – klingt komisch? Ja, aber vielleicht bald schon nicht mehr! Sprache ist ständig in Bewegung und entwickelt sich immer weiter. Besonders gut zu sehen ist das an Vergangenheitsformen im Deutschen. Sprachwissenschaftler stellen fest: Wir benutzen immer weniger starke Verbformen. Dafür ist es bei immer mehr Wörtern möglich, die schwache, regelmäßige Form zu verwenden.

Sprach-Quiz: Kennt ihr die richtigen Vergangenheitsformen?

Als wir im Radio darüber sprachen, stellten wir fest: Viele von euch freuen sich total an den vielleicht umständlichen, dafür aber besonderen Vergangenheitsformen.Ich backte geht natürlich, aberich buk ist schon irgendwie auch ganz schön cool. Und wie lautet eigentlich die Vergangenheit von „winken“ oder von „genesen?

Wir wollen sie hier ein bisschen gemeinsam feiern: Rätselt über die schönsten Vergangenheitsformen im Deutschen – die wir im Alltag vielleicht immer weniger benutzen und hören, aber gerade deshalb ziemlich nice finden!

So verändert sich die Sprache – auch das Präteritum

Eines ist sofort klar: Schwache Verben, die in der Grammatik nach regelmäßigen Formen funktionieren, sind am einfachsten. „Ich sage“ wird zu „ich sagte“, „ich niese“ zu „ich nieste“. Das freut nicht nur Schüler, weil sie weniger Spezialfälle lernen müssen. Eigentlich ist nämlich jeder, der die deutsche Sprache benutzt, ein bisschen faul und möchte es möglichst wenig kompliziert haben. Vereinfacht gesagt: Faulheit ist durchaus ein Motor dafür, wie sich Sprache verändert beziehungsweise im Laufe der Zeit auch vereinfacht.

In SWR3 PUSH hat SWR3-Moderator Sebastian Müller da mal genauer nachgefragt. Er hat den Sprachwissenschaftler Thilo Weber vom Leibniz-Institut angerufen und gefragt: „Als Sie zum ersten Mal gehört haben, ich backte einen Kuchen. Haben Sie sich da erstmal an den Kopf gegreift?“ Hört euch hier seine Antwort an:

Frau hält Sprechblase nach oben

Sprach-Experte in SWR3 PUSH Thilo Weber vom Leibniz Institut zu Sprache, die sich verändert

Dauer

Thilo Weber vom Leibniz Institut zu Sprache, die sich verändert

Vergangenheitsform – starke, schwache und gemischte Verben?

Um das Präteritum, also die Vergangenheitsform im Deutschen zu bilden, gibt es drei Möglichkeiten. Hier ist unser kleiner Grammatik-Guide:

1. Schwache Verben

Schwache Verben sind der Normalfall in der deutschen Sprache. Wenn wir sie anpassen, um die Vergangenheitsform auszudrücken, müssen wir am wenigsten tun. Ihr sogenannter Wortstamm, der Ursprung des Worts, bleibt immer gleich. Für die Vergangenheitsform wird dann nur die Endung -te angehängt. Beispiel:

  • Ich sage, ich sagte.
  • Oder: Ich mache, ich machte.

2. Starke Verben

Starke Verben sind schon nicht mehr ganz so simpel. Sie verändern den Vokal, wenn wir die Zeit abbilden wollen.

  • Aus einem e wird für die Vergangenheitsform zum Beispiel ein a. Ich lese, ich las.
  • Oder aus einem -ei wird ein -ie. Ich bleibe, ich blieb.

3. Gemischte Verben

Gemischte Verben sind eine Mischung aus beidem. Sie verändern den Vokal und nehmen die Endung -te auch noch mit. Beispiel:

  • Ich bringe, ich brachte.
  • Oder: Ich kenne, ich kannte.

Auch die geschriebene Sprache verändert sich. Das ist einer der Gründe, warum es manche Worte gibt, die alternative Schreibweisen zulassen. Hättet ihr beispielsweise gewusst, dass „Tunfisch“ und „Thunfisch“ vom Duden gleichermaßen akzeptiert werden?

Auch die Jugendsprache bringt Veränderung

Nicht nur Faulheit ist ein Faktor für Sprachwandel. Auch der Wunsch, sich sozial abzugrenzen oder anders herum zu bestimmten Gruppen zugehörig zu fühlen, trägt zur Veränderung bei. Daher treibt auch die Jugendsprache von jeher die Entwicklung voran. Hier könnt ihr weiterquizzen und ausprobieren, wie gut ihr die Jugendsprache versteht:

Quiz für deutsche Rechtschreibung und Grammatik

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Achtung Sprachpolizei! Das(s) und Genitiv könnt ihr? Dann zeigt in diesem Quiz, was ihr draufhabt!

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Die besten Flachwitze: Kennst du sie?

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