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Kira Urschinger
Kira Urschinger (Foto: SWR3)

Die deutsche Sprache hat viele tolle Wörter zu bieten. Hier gibt's eine Sammlung mit sieben Lieblingswörtern, die wir noch häufiger benutzen wollen! Machst du mit?

Je nach Zählweise kommen Wissenschaftler auf mehrere Millionen Wörter, die wir in der deutschen Sprache benutzen können. Das liegt auch daran, dass die Sprache niemals stillsteht und immer wieder neue Wörter in den Wortschatz aufgenommen werden.

Wir haben mal in der SWR3-Redaktion rumgefragt und sieben absolute Lieblingswörter gesammelt. Mach gern mit und schreibt uns, welche Wörter du besonders toll findest!

7 deutsche Lieblingswörter, die wir in der SWR3-Redaktion lieben!

Legen wir los: Hier sind die Lieblingswörter für euch aus der SWR3-Redaktion – vielleicht gefällt euch eines davon auch so sehr, dass ihr es in euren Wortschatz aufnehmen wollt?

1. Rebekkas Lieblingswort: drollig

Auch unsere SWR3-Morningshow-Modeatorin Rebekka de Buhr hat ein absolutes Lieblingswort. Sie liebt das Wort drollig. Warum?

„Das Wort zaubert schon, wenn man es nur ausspricht, ein Schmunzeln auf die Lippen … Und sobald jemand drollig sagt, stelle ich mir ein kleines, zufriedenes Tier vor – einen kleinen Fellballen mit Schneidezähnen sozusagen – das sich herzhaft kichernd über eine grüne Oberfläche rollt.
Und meine Netz-Schnell-Recherche hat gerade ergeben: Das Wort lässt sich tatsächlich dem Drehen zuordnen und könnte von Kobold, bzw. Troll kommen … Jetzt gefällt es mir noch mehr!“

Immerhin denkt Rebekka bei drollig an Tiere und nicht an ihren Morningshow-Partner Constantin Zöller ...

Constantin Zöller und Rebekka de Buhr sitzen auf der Couch und moderieren die SWR3-Morningshow (Foto: SWR3, Niko Neidhardt)
Wie viele Wörter Consi und Rebekka im Laufe einer Morningshow benutzen, haben wir nicht gezählt. Aber auf jeden Fall macht es Spaß mit den beiden! Hört gern mal rein!

2. Kemals liebstes Wort ist: Jonger

Unser SWR3-Morningshow-Moderator Kemal Goga ist Schwabe – und er hat ein Lieblingswort aus dem Dialekt:

„Ich mag das Wort Jonger sehr – also Junge im Schwäbischen. Das sag ich zu meinen Freunden und sag das aber auch oft, wenn ich mich in diversen Situationen aufrege, wie zum Beispiel im Straßenverkehr.“

3. Dirks Lieblingswort kommt von Hitchcock

Kariert ist das Lieblingswort von SWR3-Musikredakteur Dirk Scherer – und damit meint er nicht das Muster auf einem Holzfällerhemd, sondern eine Art und Weise zu sprechen. Entdeckt hat er das Lieblingswort beim Filmegucken:

„Nicht so kariert reden – über diese schöne alte Formulierung bin ich im Film Der unsichtbare Dritte von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1959 gestolpert. Rede nicht so kariert bedeutet, ohne Sinn und Verstand reden oder gar hochgestochen reden.
Überhaupt tauchen in alten Filmen immer wieder Wörter auf, die eben heute keiner mehr nutzt – wie das herrliche Schimpfwort Knallcharge!“

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Von Gammelmormor über klötenlahm bis Schnuddelhong – weißt du, was diese lustigen Wörter aus anderen Sprachen bedeuten? Hier kannst du dich im SWR3-Quiz testen!

4. Lisa-Marie liebt das Wort: ipsig

SWR3-Moderatorin Lisa-Marie Köster liebt das Wort ipsig. Noch nie gehört? Dann passt mal auf:

„Das bedeutet so viel wie klitzeklein. Man könnte auch ipsig klein sagen, aber das ist nur was für Anfänger. Ich hab absolut keine Ahnung, woher der Begriff kommt, aber zu Hause bei meiner Mutter in Wuppertal war er fest im Sprachgebrauch integriert. Dieses Wort ist absolut premium, weil es genau nach dem klingt, was es am Ende auch ist. Nach irgendwas ganz ganz winzig Klitzekleinem. Ipsig eben.“

5. Jo hat Spaß an dem Wort altbacken

Besonderen Spaß findet SWR3-Podcast-Redakteur Jo Bischofberger am Wort altbacken. Weshalb es ihn begeistert, erklärt er so:

„Ich mag das Wort altbacken, weil es genau das bedeutet, was das Wort an sich inzwischen selbst geworden ist: altmodisch und nicht mehr zeitgemäß. 😊 Dadurch wirkt altbacken nochmal stärker als zum Beispiel ‚altmodisch‘.“

6. Anna liebt ihren Hund – und diese Wörter

Anna Hort ist Community-Managerin bei SWR3. Ihre Lieblingswörter kommen aber nicht aus den Kommentarspalten in sozialen Netzwerken, sondern vom Umgang mit ihrem Hund:

„Ich liebe die Worte Meckerzausel und Knilch. Ich richte sie (meist) spaßig-liebevoll an meinen Hund.“

7. Das Lieblingswort von Klaus ist insinuieren

Insinuieren, musst du dieses Wort auch mehrmals lesen? Das ist das Lieblingswort von unserem SWR3-Radioblogger Klaus Sturm! Seine Begründung ist quasi ein eigener Radioblog:

„Insinuieren – es ist fast egal, welche Bedeutung dieses Wort hat, es klingt wie Musik. Insinuieren – so schön kann etwas klingen, was eigentlich sehr unschön ist. Eine Verdächtigung, eine Unterstellung, eine Annahme – weder das eine noch das andere ist uns grundsätzlich angenehm. Aber wenn wir nicht verdächtigen oder unterstellen, wenn wir das eine oder andere einfach mal insinuieren, dann ist das doch gleich ungemein eleganter und fast schon geistreich.
Auch ein Verhalten kann etwas insinuieren; kann Anlass geben, etwas zu vermuten oder anzunehmen. Und wenn wir sagen können: Dein Verhalten insinuiert eine gewisse Oberflächlichkeit deiner Gedankengänge – dann klingt das doch stilvoller, als wenn wir einfach sagten: Mensch, wat biste doof.“

Funfact: So wird ein Lieblingswort ganz schnell doof

Übrigens: Nahezu jedes Wort wird doof oder zumindest seltsam, wenn man es ganz oft hintereinander sagt. Das könnt ihr mal ausprobieren. Sagt einfach ganz oft hintereinander dasselbe Wort, egal welches.

Der Grund dafür ist ein in der Psycholinguistik bekannter Effekt: die semantische Sättigung. Psycholiguist Johannes Gerwien führt das in einem Beitrag für Spektrum Wissenschaft aus. Hier erklärt er, dass in unserem Gehirn zu jedem Wort zwei Informationen abgelegt sind: Die Bedeutung und die Form. Die Form kann einerseits das Schriftbild sein, wenn wir lesen. Andererseits aber auch der Klang und die Betonung, wenn wir das Wort hören.

Normalerweise hilft uns das: Wenn wir jemandem beim Reden zuhören, können wir gut zuordnen, welche Bedeutung das Wort hat, das per Klang unser Ohr erreicht. Wenn wir aber selbst nur bedeutungslosen Schall produzieren und uns selbst dabei zuhören, dann schaltet das Gehirn einfach ab.

Wiederholt man ein Wort zu häufig, werden jene Neuronenverbände, die den Sinn der Vokabel speichern, übermäßig stimuliert: Die Bedeutungskomponente wird sozusagen taub und kann nicht mehr durch den Klang aktiviert werden. So kommt es, dass uns ein gängiger Begriff, den wir mitunter mehrmals täglich verwenden, plötzlich fremd und bedeutungsleer erscheint.

Dieser Effekt ist aber nicht dauerhaft. Das Gehirn macht nach einer kurzen Pause normalerweise wieder wie gewohnt weiter.

Eure Lieblingswörter, die ihr häufiger benutzen wollt

Welche deutschen Wörter findest du besonders toll? Welche benutzt du häufig oder willst du vielleicht künftig noch öfter sagen, weil sie einfach zu schön sind? Mach gern mit und schreib uns am Ende des Artikels in die Kommentare!

Unsere Quellen

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Spektrum der Wissenschaft ist eine populärwissenschaftliche Monatszeitschrift, die Nachrichten aus der Wissenschaft und Forschung anbietet.

Der Duden entstand als ein Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache. Das Werk war erstmals am 7. Juli 1880 von Konrad Duden als Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache veröffentlicht worden und wurde in den folgenden Jahrzehnten Grundlage einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung.

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